Senioren Union
der CDU Herscheid
Zukunft braucht Erfahrung
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Liebliches Taubertal - mehr als ein lebendiges Museum
Jahresfahrt der Senioren Union Herscheid nach Bad Mergentheim
Stationen: Weikersheim, Creglingen, Rothenburg o. d. Tauber, Schwäbisch Hall
Überraschendes "Konzert" der Dudelsackpfeifer aus Xanten in Weikersheim
Wertheim und Heppenheim bilden Anfang und Ende einer kulturhistorischen Reise

10. bis 14.06.2019


Das liebliche Taubertal mit wenigen Sätzen zu beschreiben, bleibt den flüchtigen Menschen vorbehalten. Individualisten dagegen schwärmen von einem Landschaftsbild, das geprägt ist von dem Fluss Tauber, sanften Hügeln, Weinbergen und dicht bewaldeten Höhenzügen. Klöster und Kirchen, Burgen und Schlösser sowie Museen und prächtige Fachwerkhäuser geben sich ein Stelldichein und machen Geschichte erfahrbar. Das liebliche Taubertal - ein lebendiges Museum? Ja, das ist es ohne Zweifel, doch es geht weit darüber hinaus, verbindet es doch das Vergangene mit den Erkenntnissen der Gegenwart.

Wie ein Magnet ziehen die Orte an der Romantischen Straße die Besucherströme an. So auch die Reisenden der Senioren Union Herscheid, die sich am Pfingstmontag auf den Weg nach Bad Mergentheim machen. Im Ortsteil Markelsheim wohnen sie im Flair Hotel Weinstube Lorchner. Das familiengeführte Haus überzeugt durch ein ansprechendes Ambiente, freundliche Bedienung und  kulinarische Variationen. Kurz: Es passt alles, und so kann den vorliegenden Tagen erwartungsvoll entgegen gesehen werden.

Erste Station: Wertheim

Wie  bei den Herscheider Senioren üblich, wird die Fahrt zum Zielort mit einem längeren Aufenthalt  unterbrochen. Diesmal steht die Große Kreisstadt Wertheim auf dem Programm, die geographisch ganz oben in Baden-Württemberg liegt. Hier schlängeln sich Tauber und Main durch eine reizvolle Landschaft, auf deren Höhe weit sichtbar die Wertheimer Burg  thront. Der Flussverlauf lädt zum Verweilen ein, doch beim Blick auf die Stadtsilhouette wächst die Neugier auf das Innenleben des Ortes. Historisches Fachwerk und reich verzierte Bürgerhäuser machen den mittelalterlichen Charme aus. Die Stiftskirche ist ein Juwel und legt Zeugnis einer  reichen Bau- und Glaubensgeschichte ab. Etliche Senioren lassen es sich nicht nehmen, mit einem Bähnchen hinauf zum Schlossberg zu fahren, um den herrlichen Rundblick über die Stadt zu genießen.

 

 

Bad Mergentheim - ein namhafter Kurort
In Weikersheim ein überraschendes "Konzert"

Der nächste Tag steht ganz im Zeichen der beiden Orte Bad Mergentheim und Weikersheim. Die beiden Stadtführer begeistern die Senioren beim Rundgang mit ihren umfassenden Informationen und Anekdoten. Auch hier wird der kulturhistorische Charakter der diesjährigen Fünftagesfahrt voll bestätigt. Marienkirche, Marktplatz mit Altem Rathaus und Milchlingsbrunnen, Zwillinghaus und Hofapotheke sowie das Deutschordensschloss bilden Schwerpunkte der Besichtigungstour.

Das Schloss prägt unübersehbar das Ortsbild. Zahlen, die in Erinnerung geblieben sind: 1219 wurde die Niederlassung des Deutschen Ordens in Mergentheim vollzogen, von 1525 bis 1809 war es Residenz der Hoch- und Deutschmeister, 1996 wurde es als modernes Deutschordensmuseum eröffnet. Bewunderung löst die sogenannte Reitertreppe aus, die in einer gewendelten und gewundenen Bauweise nach oben führt.

Nach der Mittagspause haben die Ausflügler Gelegenheit, auf eigene Faust das Gesehene zu vertiefen. Natürlich gehört auch ein Gang durch den Kurpark dazu, der weiträumig mit einem alten Baumbestand, Rasenflächen und Blumenarrangements bestückt ist. Der Gast findet hier Entspannung und Erholung. Auch die Gradierhäuser verfehlen nicht ihre wohltuende Wirkung. Die 1826 entdeckten Heilquellen verhalfen Mergentheim zu einem namhaften Kurort, der 100 Jahre später die Bezeichnung "Bad" erhielt.

Wer Bad Mergentheim besucht, darf das nahe gelegene Weikersheim nicht verfehlen. Hier sind es Marktplatz mit Marktbrunnen, die auf sich aufmerksam machen, mehr jedoch das Schloss,  Stammsitz der Herren von Hohenlohe.

Im Kern ein Wasserschloss, wurde es im Renaissancestil erweitert. Der Park ist nach dem Vorbild des französischen Versailles angelegt und zählt zu den frühesten Barockgärten in Franken. Die besondere Atmosphäre verdankt der Schlossgarten der Vielfalt seiner Ausstattung. Außergewöhnlich ist der Reichtum an Figuren, die vollständig aus der Entstehungszeit des barocken Gartens erhalten sind. Sie bevölkern den Garten an allen gestalterisch wichtigen Punkten. Berühmt und eine Seltenheit ist die „Zwergengalerie“, eine Gruppe von Zwergenfiguren im Schlossgarten.

Ein nicht alltägliches Erlebnis wird den Herscheidern zuteil, als Dudelsackpfeifer den Schlosspark betreten. Doch es sind nicht waschechte Schotten, die sich hierhin verlaufen haben, sondern Niederrheiner aus Xanten in Kilt, Lederschnalle und Wollstrümpfen, die die Musik der Highlander zum Klingen bringen. Sie treffen sich, um zum bevorstehenden Abendkonzert eine Probe einzulegen.

Schwäbisch Hall - die alte Salzsiedlerstadt

Um der kulturhistorischen Reise einen weiteren Akzent zu setzen, steht am 12. Juni ein Besuch in Schwäbisch Hall an. Auch hier gibt es eine Stadtführung. Doch was die Senioren auf ihren Fahrten noch nie erlebt haben, ist heute Realität. Bis zum Mittag regnet es, sodass die Führung nur mit einem Regenschirm durchgeführt werden kann. Gut, dass man sich zunächst  in der Kirche St. Michael zu einer ausführlichen Besichtigung trifft,  um so den Wetterverhältnissen ein wenig Paroli zu bieten.

Trotzdem können sich die Herscheider während der Ortsführung - und später am Nachmittag ohne Regen - von dem besonderen Flair der Stadt überzeugen. Die Bildergalerie am Schluss des Berichtes verdeutlicht dies: Der Marktplatz, umrahmt von prächtigen Fachwerk-, Renaissance- und Barockgebäuden ist ein architektonisches Kleinod. Die Kirche St. Michael thront mit ihrer berühmten Freitreppe majestätisch über dem Platz. Auf ihr gibt es alljährlich die berühmten Freilichtspiele, die von den Theaterfreunden mit großem Zuspruch besucht werden.

Vom Flusslauf der Kocher durchzogen, verkörpert die alte Salzsiedlerstadt mit der teilweise erhaltenen Stadtmauer, den zahlreichen Türmen, überdachten Holzbrücken, verträumten Gassen sowie einer Vielzahl von Treppenanlagen - dem s. g. "Stäffele" - das unverwechselbare Bild dieser geschichtsträchtigen Stadt.  Doch auch die Moderne hat ihren Einzug gehalten, entstanden doch u. a. im Bereich der Salinenstraße zeitgemäße Bauten mit vielversprechenden Einkaufsmöglichkeiten.

Zum krönenden Abschluss wird der Besuch der Kunsthalle Würth. Der moderne und offene Museumsbau begeistert mit regelmäßig wechselnden thematischen Ausstellungen. Im angrenzenden Teil der Johanniterkirche, ein profanierter Kirchenraum aus dem 12. Jahrhundert, bewundern die Senioren die Werke Alter Meister von unschätzbarem Wert. Auch hier sagt die Bildergalerie mehr aus als detaillierte Wortbeiträge. 

Herrgottskirche in Creglingen - ein kulturhistorisches Zeugnis christlichen Glaubens

Basierend auf die Überlieferung, dass ein Bauer im Jahr 1384 beim Pflügen eine unversehrte Hostie fand, wurde 1389 eine Kapelle errichtet. Sie diente in der Folgezeit als Wallfahrtsort. 1530 wurde das Gotteshaus evangelisch.

In der kleinen Kirche gibt es drei bemalte Flügelaltäre, die in eindrucksvoller Weise die christliche Heilsgeschichte darstellen und von der Kirchenführung ausführlich erläutert werden. Beherrschend ist jedoch der 9,20 Meter hohe und 3,70 Meter breite Marienaltar, der den Raum im mittleren Teil dominierend einnimmt. Er wurde von dem begnadeten Holzbildhauer Tilman Riemenschneider (1460-1531) geschaffen. Experten datieren die Entstehungszeit auf die Jahre zwischen 1490 und 1510. Während die Seitenflügel Szenen um die Geburt Christi darstellen, ist der Mittelteil ganz der Gottesmutter gewidmet. Über den Aposteln ist die zum Himmel auffahrende Maria zu sehen, darüber die von Engeln gehaltene Krone. Über allem steht der auferstandene Christus als Schmerzensmann.

Der Betrachter ist fasziniert von diesem einzigartigen Werk. Die starke Ausdruckskraft der zu vermittelnden Botschaft, die Körperhaltung der Personen mit ihren individuellen Gesichtszügen sowie die filigrane Arbeit machen den Altar zu einem kulturhistorischen Zeugnis von hohem Rang.

Aus den Annalen der Kirchengeschichte geht hervor, dass das Gotteshaus im Zuge der Reformation 1530 geschlossen wurde. Nach der Wiedereröffnung im gleichen Jahr wurde es evangelisch. Der Marienaltar fiel nicht den Bilderstürmern zum Opfer sondern wurde geschlossen und blieb hinter einem Bretterverschlag verborgen. Erst 1832 - also 300 Jahre später - wurde er geöffnet und der wahre Schatz erkannt.

Auf Wunsch des Reiseleiters endet die Kirchenführung mit einem gemeinsam gesprochenen Vaterunser.

In Anspielung auf die Demontage des Herscheider Flügelaltars wird ironisch vermerkt: "Hoffentlich dauert es in Herscheid nicht auch wie in Creglingen 300 Jahre bis der Flügelaltar in der Apostelkirche wieder aufgestellt wird."

Rothenburg ob der Tauber - der Klassiker

Rothenburg - was für eine Stadt! Hier atmet Geschichte in vollen Zügen. Bereits von Weitem grüßen Türme, Häuser und Mauern, umgeben vom saftigen Grün des Taubertales. Es präsentiert sich die geballte Kraft mittelalterlicher Baukunst, die ihre Ursprünglichkeit erhalten und keine modernistischen Brüche erfahren hat. Die Befestigungsanlagen mit ihrem Wehrgang und den 42 Türmen und Stadttoren machen den historischen Charakter vollkommen. 

Vor den Toren der Stadt führt der Weg zum Marktplatz mit seinen imposanten Rathaus und den bunt bemalten Bürgerhäusern. Hier beginnt unter Leitung des hochmotivierten Fachpersonals die Besichtigungstour.  Bereits zu diesem Zeitpunkt steht fest: Um das Ausmaß des gesamten Areals zu erfassen, bräuchte man Tage.

Egal wohin der Weg führt, auf Schritt und Tritt ist die Bewunderung groß. Der Fotofreund findet immer neue Motive. Straßenzüge mit prachtvollen Patrizierhäusern, Brunnen, Hotels und Geschäften sowie verträumte Gässchen beherrschen die Szenerie. Kunstvoll angefertigte Schilder, die auf den jeweiligen Geschäfts- und Hotelbetrieb hinweisen, reihen sich verschwenderisch aneinander. Vom Burggarten aus ist die Sicht auf die Stadtsilhouette mit Blick ins Taubertal ein weiterer Höhepunkt im Verlauf des Stadtrundgangs.

Weit sichtbar ragen die zwei filigranen Türme der gotischen St.-Jacob-Kirche in den Himmel. Auch hier gibt es eine fachkundige Führung, die zu einem informativen Exkurs durch die Kirchengeschichte wird. Bestechend der Zwölfbotenaltar im Chorraum und der Heiligblut-Altar auf der Westempore. Er zeigt das letzte Abendmahl Christi und wurde, wie in Creglingen, von Tilman Riemenschneider geschaffen. Auch dieses Werk zeugt von einer überragenden Ausdruckskraft.

Dass Dichter und Maler der Romantik die Schönheiten Rothenburgs durch Wort und Bild dokumentiert haben, ist Beweis, dass die Stadt zu allen Zeiten die Menschen in ihren Bann gezogen hat. Heute, so die Zahlen des Touristikamtes, wird der Ort von 3 Millionen Menschen jährlich besucht, davon die meisten aus dem asiatischen Raum.

Da der Nachmittag frei gestaltet werden kann, haben die Ausflügler Gelegenheit, weitere "Runden zu drehen". Einige von ihnen lassen sich im Kriminalmuseum die mittelalterlichen Strafmethoden  erläutern, während andere  im Weihnachtsdorf von Käthe Wohlfahrt mancherlei Anregungen für den Weihnachtsschmuck finden. Doch über allem steht die Wahrnehmung der zahlreichen Bauwerke. Hervorzuheben sind "Plönlein", "Gerlachschmiede", "Markusturm" und all die geschichtsträchtigen Häuser, die sich farbenprächtig aneinanderreihen, wobei die "Herrengasse" einen besonderen Schwerpunkt bildet.

Natürlich bleibt genügend Zeit, um in einem der zahlreichen Straßencafés den Tag genussvoll ausklingen zu lassen.

Heppenheim an der Bergstraße setzt den Schlusspunkt

Die Unterbrechung der Rückfahrt in Heppenheim an der Bergstraße fasst noch einmal das bisher Erlebte wirkungsvoll zusammen. Auch hier gibt es einen wunderschönen Ortskern, der zum Verweilen einlädt. Als "Dom der Bergstraße" bekannt, rundet die Kirche St. Peter das Ensemble ab, dessen Innere auf eine reiche Ausstattung verweisen kann. Im Hotel "Zum Goldenen Engel" am Marktplatz gibt es ein gemeinsames Mittagessen, bevor es nach Herscheid zurück geht.

 

 


Hier geht es zur Bildergalerie (Teil 1)

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