Senioren Union
der CDU Herscheid
Zukunft braucht Erfahrung
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Bückeburg – reizvolle Kontraste zwischen Tradition und Moderne
Senioren Union Herscheid zu Gast im Weserbergland
Prunkräume des Schlosses sowie die weiträumige Parkanlage faszinieren
Barocke Stadtkirche – „ein Beispiel der Frömmigkeit, nicht der Baukunst“

30.08.2017

Fast könnte man meinen, dass die Senioren Union Herscheid im Laufe ihres 15-jährigen Bestehens an die Grenzen ihrer Möglichketen stößt, hat sie doch neben ihren politischen Aktivitäten eine Fülle von Reisen in die verschiedensten Regionen unseres Landes unternommen. So scheinen die Auswahl schwierig und das Angebot knapp zu werden. Dass dem nicht so ist, beweist der letzte Ausflug nach Bückeburg ins wunderschöne Weserbergland und die Tatsache, dass der Vorstand in seiner Septembersitzung das Veranstaltungsprogramm 2018 aufstellen wird, das bereits im Vorfeld mit sprudelnden Ideen befrachtet ist.

Doch zurück zur Schilderung der Tagesfahrt nach Bückeburg, die mit einem Schlossbesuch des Hauses „Fürst zu Schaumburg-Lippe“ ihren Anfang nimmt. Das Bauwerk präsentiert sich wie aus einem Märchenbuch und versetzt die Besucher in spannender Erwartung hinsichtlich der bevorstehenden Schlossführung.

Bereits der weiträumige Park mit seinem alten Baumbestand und der Vollkommenheit landschaftsgestaltender Architektur, der das Schloss von allen Seiten umgibt, macht wirkungsvoll auf sich aufmerksam. Er verleiht dem gesamten Areal seinen unnachahmlichen Rahmen. Wie später der Gästeführer erwähnt, geht die Anlage aus der Zeit um 1560 zurück, die ab 1728 zunächst im französischen Stil gestaltet wurde. Vor 200 Jahren wurde der Park im englischen Landschaftstil umgearbeitet und erfreut seitdem Generationen. Erhalten geblieben sind die verschiedenen Elemente der jeweiligen Epochen auf dem 80 Hektar großen Gelände mit einigen weltweit seltenen Baumarten, wie Süntelbuchen, Sumpfzypressen und einen fast 25 Meter hohen Mammutbaum.

Auf die Frage nach den Süntelbuchen erfahren die Ausflügler, dass es sich dabei um Bäume mit verdrehten, verkrüppelten und miteinander verwachsenen Ästen mit sehr kurzen Stämmen handelt. Sie wachsen mehr in der Breite als in der Höhe. Mit ihren herabhängenden Zweigen bilden sie zeltähnliche, halbkugel- oder pilzförmige Kronen.

Die anschließende Schlossführung wird für die Senioren zu einem kaum noch zu toppenden Erlebnis. Natürlich können nicht alle 250 Räume besichtigt werden, doch was die Herscheider zu sehen bekommen ist „nicht von Pappe“. An einem Schlossmodel im Eingangsbereich gibt es zunächst einen geschichtlichen Exkurs durch die Zeiten mit den jeweiligen Veränderungen des Gebäudekomplexes.

Interessant und unterhaltsam wird die Gästeführung zu einem anschaulichen Unterricht hinsichtlich der historischen Entwicklung des Schlosses als auch über Wissenswertes in Bezug auf die Fürstenfamilie. Vor 700 Jahren ursprünglich als Wasserburg errichtet, wurde im 16. Jahrhundert der Komplex im damaligen Stil der Weserrenaissance zu einem Schloss erweitert. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts, als Bückeburg den Rang einer Residenz und damit Regierungssitz der Fürsten wurde, erhielten das Schloss und die Kapelle eine neue Ausgestaltung.

In der Kapelle, in der die Goldtöne überwiegen, beginnt der Rundgang. Die Bewunderung der Herscheider ist groß, als sie von dem üppigen Inneren eingenommen werden. Die Wandflächen sind vollständig mit biblischen Szenen bemalt. Der Altar ist ein von zwei Engeln getragener Tisch. Direkt dahinter, in einer von Säulen gegliederten Nischenreihe, befindet sich die vergoldete Kanzel mit den eingefügten Reliefs: Verkündigung Mariens, Anbetung des Jesuskindes und Kreuzigung Christi. Unterhalb der Fürstenloge dominiert ein großformatiges Gemälde, das das Jüngste Gericht darstellt.  
   
Der Weg führt weiter hinauf in den prunkvollen Festsaal. Hier entfaltet sich die gesamte Pracht des Barocks. Ein riesiges Deckengemälde und Kronleuchter vermitteln fürstlichen Glanz. Die sich anschließenden Salons lassen in ihrer Vielfalt den geschichtlichen Hintergrund differenziert lebendig werden.

Doch alles übertrifft der  Goldene Saal mit seiner Götterpforte, der im positiven Sinne die damalige Baukunst verschwenderisch widerspiegelt. Die reich verzierte Kassettendecke mit Gemälden der vier Elemente strahlt in seinen Rot- und Goldtönen eine anheimelnde Atmosphäre aus und ist ein Kunstwerk von hohem Rang. 

Bis heute, so die Gästeführer, ist das Anwesen Wohnsitz des Fürstenhauses Schaumburg-Lippe. Aktueller Hausherr ist Alexander Fürst zu Schaumburg-Lippe, der mit seiner Familie im Schloss wohnt. Das Gebäude ist für die Öffentlichkeit zugänglich. Es finden jährlich mehrere, darunter namhafte Veranstaltungen statt. Auch zu privaten Anlässen wird es genutzt.  

Nach diesem beeindruckenden Schlossbesuch treffen sich die Senioren im Ratskeller der Stadt zu einem gemeinsamen Mittagessen.

Am Nachmittag steht ein Aufenthalt in dem vielbeachteten Ortskern mit einem Cafébesuch  auf dem Programm. Alte Villenviertel, Fachwerkhäuser, aber auch moderne Gebäude ergänzen sich kontrastreich. So sind Tradition und Moderne harmonisch aufeinander abgestimmt.

Der Marktplatz, so heißt es in den Annalen der Stadt, wurde in den 1990-er Jahren nach historischem Vorbild rekonstruiert. Auffallend das prägende Rathaus, das im Stil der Weserrenaissance aus den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts stammt.

Mittelpunkt des religiösen Lebens bildet die evangelische Stadtkirche, die in den Jahren 1611 bis 1615 entstand. Dass die Herscheider hier auf einen Mann mit hohem Wissen über das Gotteshaus stoßen, bereichert den Besuch in ungeahnter Weise. So erfahren sie, dass die Bauweise an der Spätgotik angeknüpft wurde, sich in der Ornamentik jedoch bereits an dem Stil der Renaissance und des Frühbarock orientierte. „Diese Verbindung“, so wird erläutert, „erhebt den Kirchenbau zu einem der Meisterwerke der Architektur der sogenannten Weserrenaissance.“

Das 1613 geschaffene Bronzetaufbecken, die mit Flachreliefs reichverzierte Kanzel sowie das gesamte Gestühl ist auf die Kanzel ausgerichtet, da die Predigt im evangelischen Gottesdienst eine elementare Rolle spielt.

Eine weitere Besonderheit ist die Fürstenloge, die sich über dem Eingangsbereich erhebt und vom Fürstlich Schaumburg-Lippischen Wappen bekrönt wird. An der repräsentativen Fassade wurde – um auf den wahren Kern des prachtvollen Bauwerks aufmerksam zu machen – die Inschrift angebracht: „Ein Beispiel der Frömmigkeit, nicht der Baukunst.“

 

 


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