Senioren Union
der CDU Herscheid
Zukunft braucht Erfahrung
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Blühende Landschaften sind längst Realität
Jahresfahrt 2015 der Senioren Union Herscheid führte nach Thüringen
Erlebnisreiche Tage in Duderstadt, Mühlhausen, Bad Langensalza, Schmalkalden, Sondershausen und Eisenach
Faszination: Das sagenumwobene Kyffhäuser-Denkmal

25. bis 29.05.2015

Oft ist er verspottet und verschmäht worden, wenn Bundeskanzler Helmut Kohl von den „blühenden Landschaften“ sprach, die nach der Wiedervereinigung Deutschlands im Osten entstehen werden. Bedenkenträger und Berufspessimisten werden bis zum heutigen Tag nicht müde, das Gegenteil zu propagieren. Dabei sind die blühenden Landschaften längst Realität, wovon sich die 50-köpfige Reisegruppe der Senioren Union Herscheid während ihrer diesjährigen Fünftagesfahrt nach Thüringen erneut überzeugen konnte.
                                                                                                                                           
Es war nicht das erste Mal, dass die Herscheider in den östlichen Bundesländern zu Gast waren.  Auf ihren bisher vierzehn Reisen waren Dresden, Wismar, Freiberg, Quedlinburg, Stralsund, Schwarzenberg und jetzt Mühlhausen Ziele, die eindrucksvoll die positive Entwicklung nach der Wende bestätigen. Vergleicht man die triste, graue und heruntergekommene Bausubstanz der Städte aus DDR-Zeiten mit dem heutigen Zustand, dann liegen dazwischen Welten! Die sanierten Häuser, Straßen und Plätze beweisen, dass der „Aufbau Ost“ seine Wirkung nicht verfehlt hat.

Duderstadt – ein mittelalterlich geschlossenes Ortsbild  

Begonnen hatte die Reise am Pfingstmontag mit einem mehrstündigen Zwischenstopp in Duderstadt im Landkreis Göttingen im südöstlichen Niedersachsen. Hunderte Bürgerhäuser der verschiedensten Stilepochen, meist in Fachwerkbauweise, mächtige Türme der beiden Stadtkirchen und die restaurierte Stadtmauer prägen die mittelalterliche Stadtsilhouette. Es ist ein Genuss, durch die von bunten Fachwerkhäusern gesäumten Straßen zu schlendern und die prachtvollen Fassaden in Augenschein zu nehmen. Jedes Haus ist ein Unikat und lässt auf eine reiche Vergangenheit schließen. In Verbindung mit den beiden Kirchen St. Cyriakus und St. Servatius ist das Rathaus mit seinen drei Ecktürmen ein über die Stadtgrenzen weit hinausgehender Touristenmagnet. Einige Teilnehmer erinnern sich noch an jene Zeit, als der auf westdeutschem Boden liegende Ort zur Grenzregion BRD/DDR gehörte und den Bundesgrenzschutz beherbergte. Die ehemals periphere Lage in der üppigen Kulturlandschaft des Eichsfeldes ist nun weit geöffnet und führt die Senioren am Nachmittag zum Reiseziel nach Mühlhausen im Bundesland Thüringen.

Mühlhausen – Stadt der Kirchen, Tore und Türme

Gespannt verfolgen die Senioren ihre Aufnahme ins Mirage Hotel. Am Schluss können sie bilanzierend feststellen, dass sie hervorragend untergebracht sind und dass das überaus reichhaltige Frühstücks- und Abendbüfett keine Wünsche offen lässt. Bereits beim Sektempfang wird spürbar, dass der Gast hier König ist.

Die am nächsten Morgen beginnende Ortsführung in zwei Gruppen ist ein Genuss. Die vermittelten Informationen erfolgen in lebhafter und anschaulicher Weise, die alle Teilnehmer faszinieren. Hier sind zwei Profis am Werk, die ihre Stadt lieben und mit Begeisterung über sie berichten. So erfahren die „Stadtstürmer“, dass Mühlhausen als Ort  der Kirchen, Tore und Türme bekannt ist. Summierend sind es 59 Türme, eine begehbare Stadtmauer und zahlreiche historische Bauwerke. Von den ehemals siebzehn Kirchen stehen heute noch elf. Die architektonische Vielfalt zeugt noch heute von der wirtschaftlichen und kulturellen Blüte der einstigen Reichsstadt, die im Mittelalter neben Erfurt als bedeutendste Stadt galt. Zum geschichtlichen Erbe Mühlhausens gehören der Komponist und Orgelvirtuose Johann Sebastian Bach und der Reformator und Revolutionär Thomas Müntzer.

Im Verlauf des umfassenden Stadtrundgangs werden die Reiseteilnehmer mit einer Vielfalt von geschichtlichen Entwicklungen befasst. Insbesondere die Sakralbauten gelten als eindrucksvolle Zeugen einer hohen kulturellen Epoche. Mit großer Dankbarkeit erwähnen die Stadtführer die erfolgten Sanierungsarbeiten nach der Wiedervereinigung. Das gesamte Stadtbild habe sich positiv verändert, wenngleich aufgrund unklarer Eigentumsverhältnisse oder Wegzug von Bürgern in den Westen manche Bausubstanz zu verkommen droht.

Da zu DDR-Zeiten die Sanierung der Gotteshäuser vernachlässigt wurde, war der Nachholbedarf nach der Wende riesengroß. Heute erstrahlen sie in neuem Glanz, wobei die Jakobikirche zur Stadtbibliothek mit fast 90.000 Medieneinheiten umgebaut wurde. Die Senioren haben Gelegenheit, auf den einzelnen Etagen Bücher und neue Medien in Augenschein zu nehmen. Auch die Bach-Kirche Divi-Blasii, eine dreischiffige, kreuzförmige Hallenkirche am Untermarkt, wird in das Besuchsprogramm einbezogen. Sie prägt den weiträumigen Platz, der von farbenprächtigen Bürgerhäusern umgeben ist.

Mühlhausen, so erfahren die Herscheider, ist heute die neuntgrößte Stadt Thüringens und richtet die größte Stadtkirmes Deutschlands aus. Aus den Analen der Stadtgeschichte geht hervor, dass im Jahre 1877 zum ersten Mal dieses Ereignis stattfand, das mit über 30 Kirmesgemeinden für eine Woche begangen wird.

Bevor es am Nachmittag nach Bad Langensalza weitergeht, haben die Herscheider Gelegenheit, das mit der Stadtführung Erlebte individuell zu vertiefen.

Bad Langensalza – von der „grauen Maus“ zur „blühendsten Stadt Europas“

„Grau, trist, schmutzig“, das antworten die meisten Bad Langensalzaer, fragt man sie nach ihrer Stadt vor der Wende. Heute ist Bad Langensalza ein schmuckes Kurstädtchen, das 2011 den Titel „Blühendste Stadt Europas“ erhielt. So hieß es vor einigen Tagen in einem Beitrag des  MDR-Fernsehens. In der Tat, was hier in den letzten 25 Jahren entstanden ist, kann sich sehen lassen. So bildet der Nachmittag im Anschluss an den Aufenthalt in Mühlhausen eine vielbeachtete Ergänzung zum Gesamtbild historischer Städte in Thüringen.    

Wie aus den Informationen der Stadt zu erfahren ist, war Bad Langensalza sehr wohlhabend, was u. a. durch den Bau von Kirchen und einer mächtigen Stadtmauer zum Ausdruck kam. Auffallend, wie in anderen Ortschaften dieser Gegend, dass vor allem Kirchen, Rathäuser und Schlösser aus Langensalzaer Travertin errichtet wurden, eine Gesteinsart, die im Südwesten der Stadt abgebaut wurde und als ortstypisch gilt.  

Die Senioren stoßen neben den wunderschönen Bürgerhäusern auf dominante Bauwerke wie Marktkirche, Rathaus und Friederikenschlösschen.  Umgeben wird die Altstadt von einer in großen Teilen erhaltenen Stadtmauer mit Wehrtürmen und Toren. Weiträumige Promenaden, Parks und Gärten schaffen eine Atmosphäre, die den Bürgern und Kurgästen Behaglichkeit und Erholung vermitteln. Einige Herscheider schaffen es, neben dem Kurpark auch den Japanischen Garten aufzusuchen, der in voller Blüte steht. Er ist eine wahre Oase der Entspannung mit einem sanft plätschernden Wasserfall. Pflanzenpavillon und Teehaus laden zum Verweilen ein, Steinsetzungen im japanischen Stil schlängeln sich durch den Garten und „künstlerisch-gestaltete“ Bonsaibäumchen säumen die Wege.

Viel Grün und – bedingt durch die Jahreszeit – zart sprießende Blumenarrangements verschönern Straßen, Plätze und Gassen und machen zu Recht den Ort zur „blühendsten Stadt Europas“.

Schmalkalden – gewachsene Erlebniswelt einer tausendjährigen Kulturgeschichte

Am dritten Tag steht ein ganztägiger Aufenthalt in Schmalkalden auf dem Programm. Die Stadt liegt im fränkisch geprägten Süden Thüringens und kann auf eine wechselvolle Geschichte verweisen. Hier werden die Herscheider von zwei Stadtführern in historischer Kleidung erwartet, die es ausgezeichnet verstehen, die tausendjährige Kulturgeschichte inhaltsreich und spannend zu erzählen. Auch hier hat die Denkmalpflege in den letzten Jahren zur Attraktivität des Ortes beigetragen. Der Altstadtkern ist eine gewachsene Erlebniswelt, die von romantischen Winkeln und engen Gässchen, die sich zu kleinen Plätzen auftun, bestimmt wird. Die spätgotische Hallenkirche St. Georg, das Rathaus und Schloss Wilhelmsburg sind im Gesamtgefüge des städtebaulichen Ensembles herausragende Wahrzeichen.

Da das Rathaus zur Zeit der Reformation eine wichtige Funktion einnahm, führt der Weg zunächst an diesen historisch bedeutsamen Ort, stand er doch im Jahre 1530 mit der Gründung des Schmalkaldischen Bundes im Mittelpunkt europäischer Geschichte. Unter Führung des Kurfürsten Johann von Sachsen und des Landgrafen Philipp von Hessen vereinten sich hier die evangelischen Stände in sieben Bundestagungen gegen den katholischen Kaiser Karl V. zur Durchsetzung des evangelischen Glaubens. Die Senioren erfahren, dass zum  „Schmalkalder Fürstentag“ von 1537 Fürsten und Grafen, Gesandte des Kaisers, des Papstes, Vertreter von 28 Reichs- und Hansestädten sowie 42 Theologen, an ihrer Spitze Martin Luther und Philipp Melanchton, in der Stadt weilten. Die von Martin Luther verfassten Schmalkaldischen Artikel sind ein Glaubensbekenntnis, auf das noch heute weltweit evangelische Pfarrer ordiniert werden.

Nach so viel Historie und weiteren Erläuterungen zur Stadtgeschichte weist die Führung vor der Kirche St. Georg auf ein zurückliegendes Ereignis aus der jüngsten Vergangenheit hin, das noch heute lebendig ist. Im Zuge der friedlichen Revolution in der DDR Ende der 1980er Jahre kamen tausende von Bürgern in der Kirche und auf dem Vorplatz zum Friedensgebet zusammen. Im Anschluss wollten Bürger die Stasi-Zentrale stürmen und die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen. Der evangelische Pfarrer versuchte die Gemüter zu beruhigen und forderte sie auf, keine Gewalt anzuwenden. Er setzte die Glocke „Große Oster“ in Bewegung, die nur an hohen Festtagen läutet und bei den Menschen Bewunderung und Ehrfurcht auslöst. Die Demonstranten kehrten daraufhin friedlich zurück und vermieden ein möglicherweise unvorstellbares Blutbad, da in den Kellerräumen des Stasigebäudes ein umfangreiches Waffenarsenal lagerte.

Der Nachmittag steht zur freien Verfügung und wird von den Reiseteilnehmern zu einem Einkaufsbummel und/oder einem Café-Aufenthalt genutzt. Der Aufstieg zum Schloss Wilhelmsburg mit seinem terrassenartig angelegten Garten – vorbei am Lutherhaus, in dem Martin Luther vom 7. Bis 25. Februar 1537 während der Tagung des Schmalkaldischen Bundes wohnte – wird durch einen herrlichen Rundblick belohnt.  

Kyffhäuser-Denkmal – sagenumwoben und ein reizvolles Landschaftspanorama

Bevor es am vierten Tag zum Kyffhäuser-Denkmal geht, machen die Herscheider am Vormittag Station in der Musik- und Bergstadt Sondershausen, die im Norden Thüringens liegt und Kreisstadt des Kyffhäuser-Kreises ist. Auch hier atmet die Vergangenheit. Residenzschloss, Rathaus, Alte Wache, die Trinitatiskirche und das Gottschalksche Haus sind nur wenige Beispiele aus dem reichhaltigen Fundus. Ins Blickfeld rückt insbesondere der Marktplatz mit der Alten Wache, dem Rathaus, der Posthalterei, dem Prinzenpalais und dem Landratsamt.  Über allem thront das Residenzschloss, das über eine schwungvoll gestaltete Treppe erreichbar ist. Das gesamte Ensemble im klassizistischen Stil wirkt in sich geschlossen und ist in seiner Eigenart eine Originalität in Thüringen. Die Senioren sind beeindruckt von dem schmucken Ort und bereuen es nicht, auf dem Weg zum Kyffhäuser-Denkmal hier „gelandet“ zu sein.

Bereits weithin sichtbar erscheint der Koloss des Kaiser-Wilhelm-Nationaldenkmals – so die offizielle Bezeichnung. Ist bereits die gesamte Anlage eine „Wucht“, so ist eine Steigerung insofern möglich, als die fast einstündige Denkmalführung einen geschichtlichen Exkurs liefert, der in seiner Aussagekraft und Lebendigkeit interessanter nicht sein kann. Dies nur annähernd wiederzugeben ist unmöglich; daher an dieser Stelle ein nüchterner Abriss.

Das 81 Meter hohe Denkmal wurde 1890 bis 1896 zu Ehren von Kaiser Wilhelm I. errichtet und ist nach dem Völkerschlachtsdenkmal in Leipzig und dem Kaiser-Wilhelm-Denkmal an der Porta Westfalica das drittgrößte Denkmal in Deutschland. Im Sockelbereich befindet sich ein 6,5 Meter hohes aus Sandstein gemeißeltes Bildnis Friedrichs I. (genannt Barbarossa), der aus dem Schlaf zu erwachen scheint. Das Ganze befindet sich in einem natürlich belassenen und von Terrassen umgebenen Steinbruch. Des Weiteren erkennt man Ritter und mythische Wesen sowie Geschöpfe des Hofstaates mit denen der Kaiser gemeinsam in seinem unterirdischen Schloss auf seine Wiederauferstehung wartet. (Die Barbarossa-Sage ist in der Literatur nachzulesen.)

Darüber befindet sich ein 11 Meter hohes Reiterstandbild Kaiser Wilhelms I. Er wird von zwei allegorischen Figuren flankiert – einem germanischen Krieger und einer Frau mit einem Stift und einem Eichenlaubkranz in den Händen. Ein 57 Meter hoher Turm wird von der Kaiserkrone geziert.

„Dass die gesamte Anlage“, so der Denkmalführer, „nach dem Zweiten Weltkrieg erhalten blieb, obwohl Frankenhäusener Kommunisten die Sprengung beabsichtigten, ist dem russischen Standortkommandanten zu verdanken, der das verhinderte.“ Seine Begründung: „Ihr Deutschen müsst endlich lernen, mit eurer Geschichte und euren Denkmälern zu leben.“

So konnte das monomentale Denkmal erhalten werden, das einen wichtigen Platz in den deutschen Geschichtsbüchern einnimmt. Doch nicht nur die Anlage selbst, auch der Rundumblick – nachdem eine höhere Plattform erstiegen wird – ist grandios. Kyffhäusergebirge, Harz, die Goldene Aue und der Thüringer Wald schließen sich auf und präsentieren ein Fleckchen Erde, das Gottes Schöpfung zur Freude der Menschen vollkommen macht.

Wartburgstadt Eisenach – traditionsreiche Wirkungsstätte  großer Deutscher

Wie bei allen Jahresfahrten der Senioren Union Herscheid gibt es am Abreisetag unterwegs einen längeren Aufenthalt. Diesmal steht die Wartburgstadt Eisenach auf dem Programm. Mit einer Fülle von historischen Gebäuden, Denkmälern und Kultureinrichtungen kann die Stadt aufwarten. Sie alle wahrzunehmen, dazu benötigt man Tage. Immerhin ist Eisenach die Wirkungsstätte von Martin Luther, Johann Sebastian Bach, Johann Wolfgang von Goethe, Richard Wagner und der Heiligen Elisabeth. Doch rund um das Stadtschloss, die Georgenkirche, das Rathaus sowie das Luther- und Bachhaus treffen derart viele Sehenswürdigkeiten aufeinander, dass auch der „flüchtige Besucher“ auf seine Kosten kommt.

Mit einem deftigen Mittagessen im Augustiner Bräu endet die fünftägige kulturgeschichtliche Jahresfahrt 2015 der Senioren Union Herscheid.

 

 


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