Senioren Union
der CDU Herscheid
Zukunft braucht Erfahrung
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Jung und Alt – gemeinsam eine Zukunft gestalten
20. Politisches Frühstück der Senioren Union Herscheid
Paul Ziemiak, Bundesvorsitzender der Jungen Union Deutschlands zu Gast
Ein lebhafter Vortrag, der mit viel Beifall bedacht wurde

25.02.2015

Immer dann, wenn die Senioren Union Herscheid zu einem „Politischen Frühstück“ einlädt, sind zwei Faktoren vorprogrammiert: Ein vollbesetztes Haus und hochkarätige Redner, die einen interessanten und informativen Vormittag garantieren. Gaben sich bisher „gestandene“ Persönlichkeiten wie die Bundes- und Landesvorsitzenden der Senioren Union, Bundes-, Landes-, Kreis- und Kommunalpolitiker  die „Klinke in die Hand“, so hatten die Herscheider zu ihrem „20. Politischen Frühstück“ am 25. Februar 2015 einen Vertreter der jungen Generation eingeladen, der in Rhetorik und Überzeugungskraft seinen Vorrednern in Nichts nachstand.

Kein Geringerer als der neugewählte Bundesvorsitzende der Jungen Union Deutschlands, Paul Ziemiak (29) machte der Ebbegemeinde seine Aufwartung und präsentierte den 65 anwesenden Senioren (zwölf angemeldete Personen mussten krankheitsbedingt absagen) in freier Rede einen äußerst lebhaften Vortrag, der das gesamte Spektrum der Generationenpolitik abdeckte. Seine klare, analytische und zukunftsweisende Argumentation war von hohem Sachverstand geprägt und brillierte durch eine verständliche Wortwahl, die einprägsam war und mit viel Beifall bedacht wurde. Es kam ein Jungpolitiker der Christdemokraten zu Wort, der, so kann prognostiziert werden, innerhalb der Partei einen steilen Weg vor sich hat.
                                                                                                                                                                                                     
Nach einem in gewohnter Weise reichhaltigen Frühstück des Adlerwirtes blieb es dem Vorsitzenden der Senioren Union Herscheid, Wolfgang Weyland, vorbehalten, die Anwesenden zu begrüßen und den Dank für das zahlreiche Erscheinen auszusprechen.

Gemäß dem Leitmotto des Vormittags: „Jung und Alt – gemeinsam eine Zukunft gestalten“ setzte er den Akzent auf den Ausgleich zwischen der jungen und älteren Generation, der nur im gemeinsamen Miteinander und nicht in der Konfrontation Bestand habe. „Junge Union und Senioren Union leisten auf diesem Gebiet Vorbildliches und haben den Beweis angetreten, dass ein gedeihliches Zusammenwirken möglich ist“, so der Vortragende. Er verwahrte sich daher gegen die kürzlich aufgestellte Behauptung eines „Wirtschaftsexperten“, der in der „Bild am Sonntag“ vor der „drohenden Diktatur der Alten“ warnte. Sein Fazit: „Um den Einfluss der jüngeren Generation zu stärken, müsse es ein Familienwahlrecht geben, bei dem die Eltern für jedes Kind eine zusätzliche Stimme bekommen.“ Weyland bezeichnete diesen Gedanken als Spaltung der Generationen und als ein Zweiklassenwahlrecht, das er entschieden ablehne, laufe es doch dem Auftrag einer nachhaltigen Generationengerechtigkeit zuwider.

Der SU-Vorsitzende würdigte in seinen Begrüßungsworten die Reform der Mütterrente und machte darüber hinaus deutlich, dass die Rentner in den vergangenen Jahren durch Nullrunden und durch Veränderungen der Rentenformel Einbußen hinnehmen mussten und damit ihren Beitrag zur Generationengerechtigkeit geleistet hätten.

Im Zusammenhang mit den statistischen Aussagen hinsichtlich der Kleinstrenten – unterhalb der Grundsicherung – dürfe  man diesen Personenkreis nicht isoliert betrachten. Vielmehr müsse das Gesamteinkommen eines Rentnerhaushaltes zugrunde gelegt werden, das ein völlig anderes Bild ergebe.

Den mit viel Lob und Beifall bedachten Ausführungen des Gastredners schloss sich die obligatorische Übergabe des „Herscheider Spiekus“ als ein kleines Dankeschön an.

 


Das Süderländer Tageblatt hat in seiner Ausgabe vom 26. Februar 2015 über den Verlauf der Veranstaltung umfassend berichtet. Mit freundlicher Genehmigung der Heimatzeitung übernehmen wir den Artikel nachstehend, der vom Redakteur Dirk Grein geschrieben wurde.

"Uns geht es so gut, wie keiner Generation zuvor"

Paul Ziemiak bedankt sich im Namen der Jugend bei den Senioren
Einen sprachlosen Wolfgang Weyland erlebt man selten. Doch gestern Morgen verschlug es dem Vorsitzenden der Senioren Union die Sprache.

"Da fehlen einem die Worte", gestand Weyland. Grund für diese Aussage war der Vortrag eines 29-jährigen Jung-Politikers, der im Hotel "Zum Adler" einen bemerkenswert lebendigen Vortrag hielt. Paul Ziemiak war der erste Vertreter der jungen Generation, der bei einem politischen Frühstück zu Gast war - ein Auftritt, den die 65 Zuhörer gewiss in guter
Erinnerung behalten werden.

Der Bundesvorsitzende der Jungen Union stellte gleich zu Beginn seiner Ausführungen fest: "Unserer jungen Generation geht es so gut, wie keiner anderen Generation vor uns." Er sprach von einer Vielfalt der Möglichkeiten, die sich den jungen Menschen biete und davon, dass die
Jugend dankbar sei. "Uns ist bewusst, dass wir diesen Wohlstand ihnen, den Senioren, zu verdanken haben", sagte Ziemiak. Dies werde von den Jugendlichen vermutlich zu selten gesagt, was ein Grund für den immer wieder aufkommenden Generationenkonflikt sei.

Um besagten Wohlstand zu sichern, sei es nun an der Zeit für Veränderungen; die Politik müsse die Rahmenbedingungen dafür ermöglichen, Arbeitsplätze und Technologien zu sichern. Dafür müsse man weltoffen sein, aber die eigenen Werte nicht vergessen. In diesem
Zusammenhang sprach er ein heikles Thema an: Es sei historisch belegt, dass Christentum und Judentum die Gesellschaft in Deutschland über hunderte von Jahren geprägt haben. Ergänzt werde diese heute auch von den islamischen Werten, die zu unserem Land dazugehören, aber "man kann diese drei Werte nicht gleichsetzen", betonte Ziemiak. Mit Blick auf die Pegida-Bewegung in Dresden stellte er jedoch fest, dass dort mit Kirchenkreuzen in Nationalfarben Stimmung gemacht werde gegen andere Menschen. Diese Aktivisten "haben die Botschaft des Christentums nicht verstanden", sagte der 29-Jährige.

Einmal in Fahrt beklagte er die Doppelmoral mancher SPD- und Grünen-Mitglieder. Diese seien dagegen, dass die Bundeswehr Informationsveranstaltungen an heimischen Schulen durchführen und loben die Moral der Pazifisten. Demonstrationen von diesen Personen gegen das blutige Handeln des russischen Präsidenten Putin in der Ostukraine habe es vor Ort aber nicht gegeben.

Mindestlohn, Digitalisierung, Griechenland-Krise - Ziemiak nahm zu vielen Themen Stellung. "Politik muss den Menschen nützen und soll nicht in Gesellschaftsmodelle passen", so seine These. Zwar sei nicht jeder Mensch gleich begabt, aber doch gleich viel wert. Daher wolle er sich dafür stark machen, nicht nur über die Besetzung von Aufsichtsräten zu diskutieren, sondern auch die Frauen zu berücksichtigen, die spät abends noch im Supermarkt arbeiten. "Denn die wären vielleicht auch lieber daheim bei ihren Kindern, als so spät noch bei Rewe an der Kasse sitzen zu müssen."

Kritik übte der Iserlohner am verabschiedeten Rentenpaket. Zwar sei es richtig, dass Menschen mit 63 Jahren abschlagsfrei in Rente gehen können. "Doch die Politik muss auch sagen, wie man solch ein Projekt finanziert." Da von Steuererhöhungen und Kürzungen an anderen Stellen abgesehen wird, müssen "unsere Kinder und Eltern nun dafür aufkommen",
beklagte Ziemiak.

Begonnen hat alles im Kinderparlament
Wie Paul Ziemiak zur Politik kam

Politik ist der zentrale Bestandteil seines Lebens. Mit nur 29 Jahren hat er bereits eine Karriere hingelegt, wie es nur wenige in diesem Alter möglich ist. Paul Ziemiak spricht mit, wenn sich die "ganz Großen" in Berlin treffen, besucht regelmäßig Konferenzen mit Kanzlerin Merkel, ist in ganz Deutschland unterwegs, um seine Interessen zu vertreten. "Es ist ein Geschenk, dass ich Bundesvorsitzender der Jungen Union sein darf", sagt er bescheiden.

Seine Jugend sei eine völlig normale gewesen, erzählte er gestern im Gespräch mit der Heimatzeitung. Er zog mit Freunden um die Häuser, ging feiern - doch er hatte eben auch andere Interessen. Mit 14 Jahren übernahm er den Vorsitz des neugegründeten Kinder- und Jugendparlaments in seiner Heimatstadt Iserlohn. In dieser Funktion setzte er sich für die Einrichtung eines Sammeltaxis oder den Bau einer Skaterhalle in Sümmern ein und begleitete Jugendaustausch-Aktionen. "Es hat mich fasziniert, als junger Mensch etwas anzustoßen", fasst Ziemiak seine Erfahrungen zusammen.

Im Jahr 2001 trat er der CDU bei, über den Kreis- und Landesvorstand gelangte er im letzten September in den Bundesvorstand der Jungen Union, dem er vorsteht. Außerdem ist er Vorsitzender der Ortsunion Iserlohn, wo er Mitglied des Stadtrates ist. Zeit für Privates bleibt da nicht viel, zumal der 29-Jährige auch noch studiert. "Aber die Politik macht mir einfach Spaß", nennt er seine Motivation.

Dass viele Gleichaltrige diese Einschätzung nicht teilen, könne er durchaus nachvollziehen. Es gebe heute in Deutschland keine großen Themen wie Krieg oder Frieden; Politik müsse stattdessen ein weites Spektrum abdecken, was nicht alle Jugendlichen interessiere. Außerdem erscheinen vielen Jüngeren die Entscheidungswege in Deutschland zu lang. "Das geht mir ja ganz genau so", sagt Ziemiak. Doch von heute auf morgen könne man nunmal keine Veränderungen herbeiführen. Doch deswegen die Politik im Allgemeinen in Frage zu stellen, sei falsch. "Alles, was in unserem Leben passiert, hat mit Politik zu tun. Genau deswegen ist es auch so wichtig, zur Wahl zu gehen", betonte der 29-Jährige.

Wie seine weitere politische Zukunft aussieht, dazu wollte Paul Ziemiak gestern keine Aussage treffen. Ein großes Ziel habe er sich nicht gesetzt, dafür sei die heutige Zeit ohnehin viel zu schnelllebig und das Arbeitspensum zu groß. "Politiker zu sein ist ein 24-Stunden-Geschäft", sagt er lächelnd - und trotzdem mache ihm dieser Beruf viel Spaß, das war ihm gestern Morgen im "Adler" ganz deutlich anzumerken.



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