Senioren Union
der CDU Herscheid
Zukunft braucht Erfahrung
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„In Würde alt werden“
19. Politisches Frühstück der Senioren Union Herscheid
Bernhard Tenhumberg (CDU-MdL) referierte zum Thema
Barbara Sauerland (Gemeinde Herscheid) „die Stimme“ aus örtlicher Sicht

08.10.2014

Interessanter und aufschlussreicher hätte das 19. politische Frühstück der Senioren Union Herscheid nicht sein können, das am 8. Oktober im Bistro des Seniorenzentrums stattfand.  Bernhard Tenhumberg, CDU-Landtagsabgeordneter  aus Vreden/Kreis Borken, hatte zum Thema eine Fülle von Fakten, Anregungen und Perspektiven parat, die in einem kurzweiligen und lebhaften Vortrag anschaulich dargelegt wurden. In seiner betont münsterländischen Art verstand er es, die Anwesenden auf eine „Reise“ mitzunehmen, die das gesamte Spektrum des Älterwerdens umfasst. Dabei beschränkte er sich nicht auf die Vermittlung von Allgemeinplätzen hinsichtlich der demografischen Entwicklung. Praxisnah, verständlich und hin und wieder humorvoll, wenn er aus seinem Leben berichtete, fand er bei den 60 anwesenden Senioren den richtigen Ton, die ihn am Schluss der Veranstaltung mit reichlich Applaus belohnten.

Aus kommunaler Sicht behandelte Barbara Sauerland, Mitarbeiterin im Herscheider Rathaus, die Thematik und trug damit zur Ergänzung des Hauptthemas bei.
In seinen Begrüßungsworten hatte Ortsvorsitzender Wolfgang Weyland nach einem reichhaltigen Frühstück angemerkt, dass die Seniorenpolitik keine „Klientelpolitik“ sei, die sich ausschließlich mit den Belangen der älteren Generation befasse. Das Selbstverständnis der Senioren Union sei darauf ausgerichtet, Jung und Alt zusammenzuführen und so generationenübergreifend in gemeinsamer Verantwortung zu handeln. Junge Union und Senioren Union seien auf diesem Gebiet beispielhaft.

Punktuell befasste sich Weyland – nachdem er die vielseitigen Möglichkeiten der Seniorenarbeit dargestellt hatte – mit der finanziellen Absicherung der älteren Generation. Er verwahrte sich gegen den weit verbreiteten Vorwurf, die Senioren lebten auf Kosten der jungen Generation. Genau das Gegenteil sei der Fall. Schließlich hätten die Rentner durch Riester- und Nachhaltigkeitsfaktor sowie durch neue Rentenformeln und Nullrunden in den letzten zehn Jahren Rentenkürzungen in Höhe von 12% hinnehmen müssen. „Ich möchte diesen Vorgang nicht bewerten“, so Weyland, „schließlich sei man bereit gewesen, einen Beitrag im Sinne der Generationengerechtigkeit zu leisten. Ich wehre mich aber entschieden dagegen, wenn die Rentner immer dann  an den Pranger gestellt werden, wenn eine Erhöhung ihrer Bezüge angekündigt wird, und sei sie noch so dürftig. Während die Beamtenpensionen jährlich nach den Abschlüssen der Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst angepasst werden – und damit wesentlich höher liegen – seien die Rentenzuwächse eher bescheiden.“
Weyland wiederholte seine oft geäußerte These, dass die Rente Lohn für Lebensleistung sei, dessen Höhe von den Beitragszahlungen der Versicherten bestimmt werde. Die Rente sei keine  Alimentierung des Staates.

In diesem Zusammenhang wurde die Erhöhung der Mütterrente um einen Punkt (auf zwei Punkte) pro Kind, das vor 1992 geboren wurde ausdrücklich begrüßt.  Damit sind diese Mütter zwar immer noch nicht mit jenen gleichgestellt, die für die nach 1992 geborenen Kinder drei Punkte angerechnet bekommen. „Dennoch“, so der Vortragende, „ist diese seit Jahren von der CDU erhobene Forderung ein wichtiger Schritt für jene Müttergeneration, die vor Jahrzehnten zu Hause geblieben ist, um ihre Kinder zu betreuen.“

Nach diesen einleitenden Worten übernahm der Gastreferent das Mikrophon.
Nachfolgend zitieren wir die Presseberichte des Süderländer Tageblattes vom 9. Oktober 2014, geschrieben von der Redakteurin Nina Strotmann: 


Nicht nur die "fitten Alten" haben Ansprüche an das Leben

Bernhard Tenhumberg (MdL) ist zu Gast bei der Senioren Union Herscheid

"Alt werden ist natürlich kein reines Vergnügen. Aber denken wir an die einzige Alternative", mit diesem passenden Zitat von Robert Lembke begann der CDU-Landtagsabgeordnete, Bernhard Tenhumberg, gestern sein Referat vor 60 Zuhörern beim 19. politischen Frühstück der Herscheider Senioren Union.

Seit zehn Jahren ist die Sozial- und Familienpolitik das politische Thema des 58-Jährigen  - so lange ist der Vredener bereits Mitglied des Landtags. Das Thema der Vormittags, "In Würde alt werden", war damit im wahrsten Sinne des Wortes auf den Gastredner zugeschnitten.
 "Viele denken bei dem Stichwort „Familie“ vor allem an Kinder und Eltern. Familie betrifft jedoch gleichermaßen die älteren Generationen", erklärte Tenhumberg, der selbst mit seiner 85-jährigen Schwiegermutter unter einem Dach lebe.

Jeder Mensch müsse sich also rechtzeitig darüber Gedanken machen, wie er seinen Lebensabend verbringen wolle, da die meisten Senioren irgendwann auf die Hilfe anderer angewiesen seien. "Bis 2030 werden 35 Prozent der Bevölkerung über 60 Jahre alt sein. Bereits jetzt sind 548 000 unserer Mitbürger pflegebedürftig; zwei Drittel von ihnen werden zuhause gepflegt", wusste Tenhumberg. Trotzdem dürfe man nicht, wenn man an alte Menschen denke, diese nur mit den Stichworten Rollstuhl, Krankheit und Pflege in Verbindung bringen.

 "Die fitten Alten", so nennt sie Tenhumberg, stellen schließlich noch zahlreiche Ansprüche an ihr Leben. "Denken Sie doch mal an ihre eigenen Wünsche. Sicherlich wollen Sie sich Ihren Tag so einteilen, wie Sie es möchten. Sie wollen bestimmt Teil des gesellschaftlichen Lebens sein und Ihre Rente sollte finanziell auskömmlich sein", vermutete der Gastredner. Es sei daher nicht richtig, dass Rentner durch den demografischen Wandel an Rente einsparen müssen. Rentenbezüge seien eine Lebensleistung, die anerkannt werden müsse.

Da für die ältere Bevölkerung die Themen Pflege und Unterstützung enorm wichtig seien, reiche es laut Tenhumberg auch nicht aus, sich als Senior nach einem geeigneten Pflegeheim umzusehen: "Man muss auch selbst früh genug etwas tun - nicht immer leben die eigenen Kinder noch in derselben Stadt. Wer sich zuhause einigelt, der hat auch kein soziales Umfeld, das zum Einsatz kommen kann, wenn Hilfe gebraucht wird."

Und damit niemand anderes für einen die Entscheidung trifft, müsse jeder rechtzeitig wissen, welche Möglichkeiten der Pflege für jeden persönlich infrage kommen. "Warten Sie nicht, bis andere für Sie entscheiden. Überlegen Sie sich also, ob Sie in ein Heim, in eine
Wohngemeinschaft oder in ein Mehrgenerationen-Projekt ziehen möchten. Denn eines sollte Ihnen klar sein: Familienmitglieder sind nur Laien und irgendwann sollten wir unsere Pflege lieber in die Hände qualifizierter Menschen geben."

Damit das möglich sei, müsse in Deutschland noch mehr für die älteren Arbeitnehmer getan werden. "In anderen Ländern wie den Niederlanden funktioniert das bereits viel besser. Jetzt, wo uns die Nachwuchskräfte fehlen, müssen die Firmen mehr dafür tun, die älteren Beschäftigten zu schulen und weiterzubilden, damit sie den Betrieben erhalten bleiben können."


Wohnen, Freizeit und Dorfgestaltung

Was ist Bürgern in Herscheid wichtig?
Barbara Sauerland von der Gemeinde schilderte die Thematik aus örtlicher Sicht.

Nachdem der CDU-Landtagsabgeordnete, Bernhard Tenhumberg, über das Thema des Älterwerdens im Allgemeinen informiert hatte, erklärte Barbara Sauerland von der Gemeinde Herscheid den 60 Gästen im Bistro des Seniorenzentrums, wie sich die Thematik aus örtlicher Sicht darstellt.

"Auch in Herscheid ist der demografische Wandel angekommen. Daher ist es inzwischen unumgänglich, dass sich die Verwaltung darüber Gedanken macht, wie man das Leben hier sowohl für jüngere als auch für ältere Bürger gestalten kann", erklärte Sauerland. Aus diesem Grund habe die Gemeinde bereits mehrere Maßnahmen ergriffen und Konzepte auf die Beine gestellt, damit die Ansprüche aller Bürger erfüllt werden können. "Ganz gezielt beschäftigen wir uns immer wieder mit den Themen Wohnen, Freizeit und Ortskerngestaltung", erläuterte die Herscheiderin.

Um der älteren Generation bei der Freizeitgestaltung die Möglichkeit zu bieten, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen, seien beispielsweise der Bürgerbusverein sowie der Dorfladen in Hüinghausen unverzichtbare Einrichtungen geworden. So sei das Ehrenamt in der heutigen Zeit auch wichtiger denn je: "Hierfür haben wir ja vor einiger Zeit die Ehrenamtsbörse ins Leben gerufen, von der alle Altersgruppen profitieren können. So berücksichtigen wir die Wünsche der Ehrenamtlichen, die übrigens auch alle Altersschichten abdecken, aber auch die derer, die das Angebot in Anspruch nehmen wollen."



Da die Bevölkerung auch in Herscheid immer älter wird, ist die Gemeinde außerdem sehr darauf bedacht, Wohnraum für Senioren zu bieten. "Mehrgenerationen-Projekte und Quartiersarbeit spielen auch bei uns eine tragende Rolle. Schließlich will kein Mensch seinen Lebensabend alleine bestreiten oder sein soziales Umfeld wie die Nachbarschaft verlassen", berichtete Sauerland. In naher Zukunft wolle man hierfür daher verschiedene Möglichkeiten abwägen.

 Was die Ortskerngestaltung betreffe, sei man in Herscheid auf einem vorbildlichen Weg: "Derzeit diskutieren wir ja die Gestaltung für die Dorfwiesen. Hierzu haben schon mehrere Bürgerwerkstätten stattgefunden, die nicht nur von den jungen, sondern auch von den älteren Herscheidern gut angenommen wurden."

 Ein weiteres erfolgreiches Projekt sei die Verwirklichung eines Gesundheits- und Pflegenetzwerkes für Herscheid und Plettenberg, das sich ausschließlich an die älter werdende Bevölkerung der beiden Kommunen richte.

Anmerkung: Mit reichlich Applaus wurden die beiden Referenten verabschiedet,  jedoch nicht ohne Anerkennung von Seiten der Senioren Union Herscheid, die als Dank eine Süßigkeit in Form der „Herscheider Bergspitzen“ überreichte. In Richtung des Landtagsabgeordneten Tenhumberg merkte Weyland augenzwinkert an: „Sollten Ihnen die Pralinen so gut schmecken – wovon ich ausgehe – dürfen Sie gern nach Herscheid zurückkommen. Im Café Sirringhaus können Sie sie jederzeit käuflich erwerben.“

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