Senioren Union
der CDU Herscheid
Zukunft braucht Erfahrung
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Bingen – die heimliche Hauptstadt des deutschen Weines
Abschlussfahrt 2013 der Senioren Union Herscheid führte an den Rhein.
Erlebte Rheinromantik der 2000-jährigen Geschichte am Rhein-Nahe-Eck.
Auf den Spuren von Hildegard von Bingen.

09.10.2013

Wer die Gegend rund um Bingen am Rhein intensiv kennenlernen will, muss einen längeren Besuch vorsehen; ist doch die romantische Flusslandschaft mit ihren steilen Weinbergen und einladenden Orten ein touristisches Glanzstück, das immer wieder eine Reise wert ist. So konnte die Abschluss-Tagesfahrt 2013 der Senioren Union Herscheid am 9. Oktober nach Bingen lediglich einen Ausschnitt dieser reichhaltigen Kulturlandschaft vermitteln.

Immerhin gab der mehrstündige Aufenthalt den Ausflüglern Gelegenheit, sich einen Überblick sowohl über die jahrtausendalte Historie als auch über die jüngste Entwicklung Bingens zu verschaffen. Dies geschah zunächst durch die sachkundige Stadtführung, die die „2000 Jahre Geschichte am Rhein-Nahe-Eck“ anschaulich präsentierte. Später konnte das bis dahin Gesehene durch einen eigenständigen Rundgang vertieft werden.      

Die zwei Gruppen mit je 24 Teilnehmern starten an der Rheinpromenade. Hier  wird das besondere Flair der Region sichtbar. „Vater Rhein“ windet sich in seinem Bett entlang steil aufragender Weinberge, im Gegenüber grüßt Rüdesheim mit dem Niederwalddenkmal. Am Aussichtspunkt „Rhein-Nahe-Eck“ – vergleichbar dem „Deutschen Eck“ bei Koblenz – wird der Blick frei auf die sagenumwobene „Mäuseturminsel“, das „Binger Loch“ und die Burgruine „Ehrenfels“.

Nicht ohne Stolz weisen die Stadtführer darauf hin, dass wohl keine andere Stadt in Deutschland allein durch ihre Lage so prädestiniert ist, sich als „heimliche Hauptstadt des deutschen Weines“ zu bezeichnen, wie Bingen; stoßen doch hier die Anbaugebiete Rheinhessen, Nahe, Rheingau und Mittelrhein aneinander. Mehr als siebzig Winzer im Haupt- und Nebenerwerb  bewirtschaften eine 531 Hektar große Fläche. Damit wird in Bingen mehr Wein angebaut, als in den kleineren deutschen Weinanbaugebieten.

Der Entdeckungsausflug führt vom Rheinufer mit seinen Anlagestellen der „Bingen-Rüdesheimer-Schifffahrt“ zunächst in den „Hildegarten“ am „Historischen Museum“. Hier erfahren die Senioren viel Wissenswertes über die wohl berühmteste Bürgerin der Stadt: Hildegard von Bingen. Die bemerkenswerte Heilige und Kirchenlehrerin lebte in der Zeit von 1098 bis 1179, gründete ein Kloster auf dem Rupertsberg und ist bekannt als erste deutsche Mystikerin. Schon als Kind hatte sie Visionen und die prophetische Gabe, vorauszusehen und Gegenwärtiges im Blick auf die Zukunft richtig zu deuten. Ihre naturwissenschaftlichen Schriften sind kulturgeschichtlich von großer Bedeutung.

Der „Hildegarten“ zeigt zahlreiche Pflanzen, die Hildegard in ihrer Naturkunde „Physica“ vorstellt. In diesem Buch hat die gelehrte Benediktinerin fast 300 Kräuter, Sträucher und Bäume mit ihrer Heilwirkung auf den Menschen beschrieben. Mit fast 30 Themen- und Einzelbeeten, begleitet von zahlreichen illustrierten Erläuterungstafeln, erhalten die Herscheider interessante Informationen über die Hildegardpflanzen. Der „Quellenbrunnen“ am Eingang des kleinen Parks setzt sich künstlerisch mit der Überlieferung der „Physica“ auseinander (siehe Foto).   
 
In der Altstadt wird das Augenmerk zunächst  auf den sogenannten „Haferkasten“, einem stattlichen Fachwerkbau aus dem 18. Jahrhundert, gelenkt, in dem das „Stefan-George-Museum“ untergebracht ist. Stefan George wurde 1868 in Bingen-Büdesheim geboren und gilt als einer der berühmtesten deutschen Dichter. Hier sind seine Lebensspuren in einer öffentlich zugänglichen Ausstellung gesammelt.

Das dominierende Bauwerk der Stadt, die Basilika St. Martin, ist das nächste Ziel der Reisegruppe. Das Gotteshaus wurde auf den Fundamenten eines römischen Tempels 793 errichtet. In ihrer wechselvollen Geschichte, beginnend vom Bau, von Zerstörungen und Wiederaufbau erlebte die Kirche viele Veränderungen. Im April 1930 verlieh Papst Pius XI. St. Martin den Titel einer päpstlichen Basilika. Das Innere der Kirche weist eine Fülle von kunsthistorischen Besonderheiten aus, wobei der niederländischer Marienaltar mit fünf Gemälden aus dem Jahr 1579, die barocke Kanzel von 1681 sowie der 1768 entstandene barocke Hochaltar die beeindruckendsten sind.  

Wer Bingen besucht, kommt an der Burg Klopp mit seiner modernen Brunnenanlage nicht vorbei. Wie geschaffen für eine Burg oder Festung ist der Kloppberg. Das Bauwerk, das durch kriegerische Auseinandersetzungen mehrfach zerstört wurde, thront in seiner heutigen Gestaltung seit dem 19. Jahrhundert über den Ort. Hier residieren der Oberbürgermeister und Teile der städtischen Verwaltung. Nur wenige der Reiseteilnehmer wagen am Nachmittag den Aufstieg. Sie werden allerdings mit einem herrlichen Rundblick über das romantische Rheintal mehr als belohnt.

Der Vormittag wird abgeschlossen mit einem gemeinsamen Mittagessen im Restaurant „Zur Alten Post“. Ein zünftiges Lokal, das den typischen Charakter des rheinländischen Flairs widerspiegelt.

Da der Nachmittag zur freien Verfügung steht, kann das bisher Gesehene vertieft oder ein Stadtbummel in der rund 1.000 Meter langen attraktiven Fußgängerzone mit vielen Geschäften unternommen werden. War der Vormittag noch wolkenverhangen, so setzt sich nach dem Mittagessen die Sonne durch, so dass etliche Senioren das „Kulturufer Bingen“, das mit der Landesgartenschau 2008 entstand, aufsuchen. „Ziel – so heißt es in den Betrachtungen der Stadt – „ist es, den Ort mit seinen landschaftlichen, architektonischen, gartenbaulichen und kulturellen Attraktionen zu etablieren.“ In der Tat, was hier geboten wird kann sich sehen lassen, eine Anlage, die Abwechslung bietet und zu einem erlebnisreichen Aufenthalt geradezu herausfordert.

Um zum Abschluss der Tagesfahrt noch ein I-Tüpfelchen zu setzen, bietet Herr Wietis den Senioren an, entlang des Rheins mit seinen schmucken Orten und über Koblenz sowie durch den Westerwald zu fahren und nicht die schnellere Strecke über die Autobahn zu wählen. Eine Idee, die an diesem schönen Herbsttag dankbar aufgegriffen und realisiert wird.

 

Die nächste Veranstaltung der Senioren Union Herscheid ist für den 7. November terminiert.  Um 15 Uhr findet im Bürgersaal des Rathauses die Jahresversammlung 2013 statt. Auf der Tagesordnung stehen: Geschäftsbericht 2013, Veranstaltungsprogramm 2014, Kaffeetrinken und geselliges Beisammensein sowie die musikalische DVD-Fotoschau der fünftätigen Jahresfahrt 2013 nach Schönau am Königssee.

 

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