Senioren Union
der CDU Herscheid
Zukunft braucht Erfahrung
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„Glück auf“ Schwarzenberg
Jahresfahrt 2012 der Senioren Union Herscheid nach Schwarzenberg/Erzgebirge mit vielen Höhepunkten und Besuchen in Erfurt, Meißen, Dresden, Bautzen und Schneeberg. Rückreise mit Aufenthalt in Bad Hersfeld. Eine rundherum harmonische und erlebnisreiche Reise.
28.05. bis 01.06.2012

Liebevoll nennt man sie die „Perle des Erzgebirges“, die Bergstadt Schwarzenberg, mit ihren verträumten Gassen und restaurierten Häusern in der Altstadt, umgeben von herrlichen Wäldern und sanften Hügeln. Weithin sichtbar und ein unverwechselbares Erkennungszeichen, das Ensemble von Schloss Schwarzenberg und St. Georgenkirche. Das traditionelle Erbe des Erzgebirges ist bis heute fest verwurzelt, das Klöppel- und Schnitzhandwerk hat seinen Platz, und der Gast erlebt eine Region, die in ihrer Vielfalt abwechslungsreiche Gestaltungsmöglichkeiten bereithält. Davon konnten sich die 51 Reiseteilnehmer der Senioren Union Herscheid während ihrer diesjährigen Fünftagesfahrt überzeugen.

„Glück auf“, mit diesem bekannten Bergmannsgruß begegnen sich hier die Menschen, und so wundert es nicht, dass auch die Herscheider bei ihrer Ankunft im 4-Sterne-Hotel „Neustädter Hof“ entsprechend empfangen und vom Hoteldirektor herzlich willkommen geheißen werden. Ein gastfreundliches Haus mit anspruchsvoller Ausstattung, einem freundlichen Personal und einer Küche, die keine Wünsche offen lässt. Die Senioren sind hellauf begeistert und sparen am Schluss ihres Aufenthaltes nicht mit Lob und Anerkennung.

Traditionsgemäß starten die Jahresfahrten der Senioren Union Herscheid stets am Pfingstmontag.  Unterwegs werden sie an sehenswerten Ort für einen längeren Aufenthalt unterbrochen. Diesmal steht Erfurt, die Landeshauptstadt des Freistaates Thüringen, auf dem Programm. Ein Eldorado an historischen  Gebäuden erschließt sich dem Betrachter.  Natürlich gehört es zur „Pflicht“ eines jeden Erfurt-Besuchers, die über 70 Stufen hinauf zum Dom und zur Severikirche zu erklimmen. Von hier aus geht der Blick über den weiten Domplatz mit seiner stilgerechten Häuserkulisse, der im Licht der Morgensonne seine Wirkung nicht verfehlt.

Die beiden Kirchen prägen das Stadtbild und sind zu einem Wahrzeichen Erfurts geworden. Die eng beieinander stehenden Sakralbauten zeugen von einer verbindenden Einheit und entfalten in ihrem Inneren wahre Kunstschätze vergangener Epochen.

Im Zentrum der Stadt reihen sich geschichtsträchtige Gebäude nahtlos aneinander: Die zwischen 1665 und 1707 errichtete  „Zitadelle Petersberg“ ist die einzige weitgehend erhaltene barocke Stadtfestung in Europa,  das Ensemble am Fischmarkt mit dem neugotischen Rathaus sowie die Renaissancebauten „Zum Breiten Herd“ und „Zum roten Ochsen“ mit ihren reich verzierten und bemalten Fassaden sowie die verträumten Gassen und die sich weit öffnenden Plätze mit ihren schmucken Bürgerhäusern.

Herausragend ist ein bemerkenswertes Bauwerk, das in seinem Ausmaß bestechend ist. Es handelt sich um die sog. „Krämerbrücke“, die 1325 nach mehreren Bränden aus Stein gebaut wurde. In einer Länge von 120 Metern überspannt sie die Gera und ist mit 32 Häusern bebaut. Damit ist die Krämerbrücke die längste komplett bebaute und bewohnte Brücke in Europa.

Meißen, die malerische Stadt an der Elbe, ist das Ziel am darauf folgenden Tag. Das historische Ortsbild ist insbesondere vom Dom und der Albrechtsburg geprägt, die hoch über der Stadt thronen. Da die Senioren bereits vor sechs Jahren in Meißen – mit Schwerpunkt der Porzellanmanufaktur – waren, wird ein erneuter Besuch des weltbekannten Porzellanunternehmens ausgespart, um sich ganz der Stadtbesichtigung zu widmen, die von einer sachkundigen Führung vorgenommen wird. Man ist überrascht, wie positiv sich die Stadt in den vergangenen sechs Jahren entwickelt hat.  

Wer Meißen kennt, weiß, dass diese Stadt mit wenigen Worten nicht zu beschreiben ist. Die über 1000-jährige Geschichte spiegelt sich insbesondere in der Altstadt wider, die ihre mittelalterliche Grundstruktur erhalten hat und im Zweiten Weltkrieg fast unzerstört blieb. Nach der Wiedervereinigung Deutschlands wurde aus dem Ort durch denkmalpflegerische Maßnahmen ein Schmuckkästchen. Am Markt, auf dem Heinrichsplatz, in den verwinkelten Gassen und auf den Treppen zum Burgberg gibt es derart viel zu entdecken,  dass der nicht ganz unbeschwerliche Weg zum Dom und zur Albrechtsburg schnell vergessen ist.

Schöne Ausblicke auf die Weinlandschaft des Elbtales belohnen die „Anstrengungen“. Von der Stadtführung erfahren die Herscheider auf dem Domplatz, dass mit dem Bau des Meißener Doms um 1250 begonnen wurde, die beiden markanten Türme aber erst 1909 fertiggestellt wurden.

In der Albrechtsburg mit ihren reich bemalten Wänden und Decken wird den Senioren berichtet,  dass das Bauwerk ab 1470 unter Arnold von Westfalen  im spätgotischen Stil errichtet wurde. Zunächst als Residenz der beiden regierenden Fürsten vorgesehen, kam es jedoch nie zu einer solchen Nutzung und stand leer. Von 1710 bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts diente die Albrechtsburg als Sitz der Meißener Porzellanmanufaktur. Heute beherbergt sie ein Museum. Am Tag der Wiedervereinigung, dem 3. Oktober 1990, wurde das Bundesland Sachsen auf der Albrechtsburg wieder gegründet. Entsprechende Dokumente, die von diesem historischen Ereignis zeugen, sind ausgestellt.

Am Nachmittag gibt es ein Wiedersehen mit der sächsischen Landeshauptstadt Dresden, die die Senioren Union Herscheid zuletzt 2006 besuchte. Was sich seitdem rund um die Frauenkirche, die ebenfalls besucht wird, verändert hat, ist beeindruckend:  Baulücken sind geschlossen, das Residenzschloss fast vollständig saniert, der Stallhof  erstrahlt im neuen Glanz und das pulsierende Leben zeugt von einer weltoffenen Stadt. Der Bummel über die Brühlschen Terrassen am Elbufer mit ihren markanten Gebäuden ist immer wieder ein Genuss. Semperoper, Hofkirche, Zwinger, Fürstenzug, Taschenberg- und Coselpalais sowie das Italienische Dörfchen sind Besuchermagnete, die immer wieder begeistern  und einen erlebnisreichen, sonnigen Tag zum Abschluss bringen.  

Bautzen, die Stadt der Türme und Zentrum der Oberlausitz, steht am dritten Tag auf dem Programm. Eine Fülle von historischen Bürgerhäusern, das Barockensemble mit dem dominanten Rathaus und dem Gewandhaus am Hauptmarkt sowie Villen und das Justizgebäude im Jugendstil prägen das Stadtbild. Unter den vielen Türmen ist einer der bekanntesten der „Reichenturm“, der auch als „Schiefer Turm von Bautzen“ bezeichnet wird. Auch hier werden die Herscheider von einer informativen Stadtführung begleitet, die in eindrucksvollen Schilderungen Vergangenes und Gegenwärtiges Revue passieren lässt. So wird das Bild einer Stadt skizziert, das anhand von 52 (!) Objekten die wesentlichsten Zeugen einer geschichtsträchtigen Entwicklung hautnah aufzeigt. Groß ist die Bewunderung der märkischen Reisegruppe über einen derartigen Reichtum an kunsthistorischen Bauwerken, die in ihrer Vielfalt ein wahres „Feuerwerk“ entfaltet. Heute hat sich die Spreestadt zu einem modernen und attraktiven Dienstleistungs-, Wirtschafts- und Wohnstandort entwickelt.   

Zu den Besonderheiten der Stadt gehört, dass hier nicht nur Deutsche, sondern auch Sorben, Angehörige des kleinsten slawischen Volkes, leben. 60.000 gehören in der Lausitz diesem Volksstamm an, wobei  Bautzen das kulturelle und politische Zentrum der Sorben in der Oberlausitz ist. Das kleine slawische Volk hat seine Sprache, seine Traditionen, seine Folklore und viele Bräuche bis heute beibehalten.

Eine weitere Besonderheit der Stadt ist der Dom St. Petri, der als Simultankirche sowohl von Katholiken als auch von Lutheranern genutzt wird. Während der Kirchenführung wird erläutert, wie diese Gegebenheit seit dem Jahr 1524 funktioniert. Die meisten Bewohner Bautzens gehören der evangelischen Kirche an, ein Drittel der Bevölkerung ist ohne Konfession. 

Nicht unerwähnt bleiben darf, dass seit 1866 das wichtigste Produkt Bauzens der Senf ist. Diese Produktion ist äußerst vielseitig und erfolgreich. Im Osten besitzt der Senf mit 65 Prozent die absolute Marktführerschaft, im Westen liegt der Marktanteil bei über 22 Prozent, vor einem nationalen Mitbewerber. Seit 2008 besteht das Bautzener Senfmuseum, das neben Exponaten historischer Senfdosen und seltener Kochbücher eine Senftheke beherbergt, an der außergewöhnliche Senfsorten verkostet werden können.

Da der Nachmittag zur freien Verfügung steht, haben die Märker Gelegenheit, das bisher Gesehene zu vertiefen und auf „eigene Faust“ den Ort in Augenschein zu nehmen. Natürlich bleibt genug Zeit, um bei einem gemütlichen Kaffeetrinken in einem Straßencafè den mit viel Sonnenschein angereicherten Tag ausklingen zu lassen. 

Der vorletzte Tag beginnt mit einer Stadtführung in Schwarzenberg. Da der Bergbau die Region über Jahrhunderte prägte, gibt es auch hier einen umfassenden Überblick über diese geschichtliche, wirtschaftliche Entwicklung. Zu den bedeutenden Funden des Schwarzenberger Reviers zählten nicht das Silber, sondern Eisen und Zinn. Noch heute zeugen verwachsene Halden und Stollenmundlöcher vom einstigen Bergbau, der der Stadt Arbeit und Wohlstand brachte und die den kurfürstlichen Titel einer „freien Bergstadt“ trug. Erhalten geblieben ist bis heute die 800-jährige Bergmannstradition, die  in der Brauchtumspflege, der zahlreichen technischen Denkmale und der Besucherbergwerke anschaulich zum Ausdruck kommt.

Nach dem Zusammenbruch der DDR gestaltete sich der Neuanfang, gerade im Hinblick auf die wirtschaftliche Entwicklung, schwierig. Dennoch führte das Ende der DDR auch zu positiven Folgen für die Stadt. Verkehrswege und große Teile der Altstadt wurden saniert, die Schulgebäude und weitere öffentliche Einrichtungen wurden erneuert, und es siedelten sich zumeist mittelständische Unternehmen in Gewerbegebieten in und um Schwarzenberg an.

Neben der jahrhundertealten Bergwerksgeschichte  weist Schwarzenberg eine weitere historische Besonderheit auf, die kurz nach dem Zweiten Weltkrieg unter der Bezeichnung „Freie Republik Schwarzenberg“ entstand. Aus ungeklärten Gründen blieb der Ort zunächst unbesetzt. Am 11. Mai 1945 übernahmen Bürger die Initiative, um das entstandene Machtvakuum zu füllen. Diese Episode endete am 25. Juni 1945 mit dem Einmarsch der sowjetischen Truppen. Der Schriftsteller Stefan Heym schuf in Anlehnung an dieses Ereignis seinen Roman „Schwarzenberg“, der in der Literatur einen nicht unbedeutenden Platz einnimmt. Eine rege Legendenbildung hinsichtlich der freien Republik Schwarzenberg ließ Spekulationen breiten Raum.

Eine weitere Besonderheit präsentiert die Stadtführung während des Rundgangs auf dem Weg zur St.-Georgen-Kirche und zum Schloss. Es handelt sich um die historische Brunnenanlage mit dem Meißener Porzellan-Glockenspiel. Von einem umgebauten Trafohäuschen aus erklingen die 37 Glocken mit drei Oktaven viermal täglich.  Die Herscheider erleben an diesem Tag ein Potpourri volkstümlicher Melodien, die von einem Türmer in historischer Kleidung an einer Klaviatur in Gang gesetzt werden.

Im Schloss Schwarzenberg wird den Senioren das im Erzgebirge beheimatete Handwerk des Klöppelns demonstriert. Es ist erstaunlich, mit welcher Fingerfertigkeit wahre Kunstwerke entstehen, die als „Echte Spitze“ nach einer Mustervorlage, dem sog. Klöppelbrief, angefertigt werden.

Die anschließende Führung durch die in den Jahren 1690 bis 1699 erbaute Saalkirche St.-Georgen ist ein weiterer Höhepunkt im Ablauf des Stadtrundgangs. Das Gotteshaus verfügt über eine außergewöhnlich reich geschnitzte, flache Holzdecke, die prunkvoll gestaltet ist. Der große Raum des Barockgebäudes wird vom Licht, das durch farblose Fensterscheiben dringt, in eine festliche Stimmung versetzt. Keine Säule verstellt den Blick des Besuchers, auf den zunächst das Ganze wirkt: Der Altar im Gegenlicht, ein kunstvolles, schmiedeeisernes Gitter zwischen Altar und Schiff mit seinem Gestühl, die Barockkanzel, eine umlaufende Empore und viele kleinere und größere Logen und über allem die eine technische Meisterleistung darstellende freitragende Decke.

Mit einem Aufenthalt im nahe gelegenen Schneeberg am Nachmittag, der zur freien Verfügung steht, schließt sich der Kreis der diesjährigen Jahresfahrt. Wenngleich ein Regenschauer das Bild ein wenig trübt, so bleibt doch Gelegenheit, die wesentlichsten Strukturen – allem voran die St.-Wolfgang-Kirche – des idyllischen  Ortes wahrzunehmen. Auch Schneeberg weist die typischen Merkmale einer einzigartigen Kulturlandschaft auf, die den Schluss zulässt,  dass die Erzgebirgsregion immer eine Reise wert ist.   

Am Abreisetag werden die Senioren von der Hoteldirektion  mit einem herzlichen „Glück auf“ verabschiedet.


Im Ratskeller des hessischen Kurortes Bad Hersfeld beenden die Senioren mit einem gemeinsamen Mittagessen endgültig ihre Jahresfahrt 2012.

 

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