Senioren Union
der CDU Herscheid
Zukunft braucht Erfahrung
  • 001
  • 007
  • 005
  • 006
  • 002
  • 003
  • 004
  • 105
  • 100
  • 103
  • 104
  • 106
  • 109
  • 120
  • 130
  • 125
  • 005
  • 006
  • 007
  • 009
  • 011
  • 012
  • 013
  • 014
  • 130
  • 140
  • 146
  • 160
  • 170
  • 170
  • 301
  • 302
  • 303
  • 201
  • 200
  • 202
  • 015
  • 016
  • 017
  • 018
  • 019
  • 020
  • 021
  • 022
  • 023
  • 024

Senioren an historischer Stätte
Tagesausflug der Senioren Union Herscheid nach Höxter und Schloss Corvey. Ein geschichtlicher Exkurs durch die Jahrhunderte.
Einblick in die prachtvolle Weserrenaissance.

26.09.2012

Das hatte es bei der Senioren Union Herscheid noch nie gegeben: Als die Reiseteilnehmer kürzlich zu einer Tagesfahrt nach Höxter und zum Schloss Corvey aufbrachen, regnete es nicht unerheblich, und der Wetterbericht versprach nichts Gutes. Doch am Ziel hielt der Himmel seine Schleusen geschlossen und hin und wieder bahnten sich einige Sonnenstrahlen den Weg durch die dichte Wolkendecke. So konnte die Stadtführung, die wie immer in zwei Gruppen erfolgt, planmäßig verlaufen. Und die hatte es in sich, wurde sie doch zu einer lehrreichen und ebenso unterhaltsamen Begegnung mit der wechselvollen Vergangenheit dieser geschichtsträchtigen Region.

Die Kreisstadt Höxter, so erfahren die Senioren, zählt zu den ältesten Städten Norddeutschlands, die mit der Stadtgründung 1250 ihren Anfang nahm. Der historische Ortskern mit den farbenprächtigen Fachwerkhäusern aus dem 16. Und 17. Jahrhundert prägt das Bild des Ortes und macht ihn zu einem vielbesuchten Anziehungspunkt. Kirchen, Adelshöfe und stolze Bürgerhäuser, aber auch moderne Geschäftsstraßen mit ihrem pulsierenden Leben, vereinen Vergangenheit und Gegenwart.

Dem Betrachter fällt auf, dass sich, wie vielleicht erwartet, Fachwerkhaus an Fachwerkhaus reiht, nicht gegeben ist. Stattdessen wechseln sich die verschiedensten Bauelemente miteinander ab und lassen somit umso deutlicher jeden einzelnen Baukörper der Weserrenaissance zur Geltung kommen. In der Tat, der Besucher wird „gezwungen“, jedes noch so kleine Detail in Augenschein zu nehmen, wobei die Vielseitigkeit der „verschwenderischen“ Schnitz- und Ausmalungen an den Hausfassaden auf die Kreativität der damaligen Bewohner schließen lassen.

Fast zu jedem der historischen Häuser hat die Stadtführung eine eigene Geschichte parat. Ob es das Historische Rathaus, das ehemalige Küsterhaus, die Kilianskirche mit ihrer imposanten Westfassade oder die Marienkirche ist, die als der früheste gotische Bau Westfalens gilt, sie alle legen Zeugnis einer epochalen Entwicklung ab, die den modernen Menschen unserer Tage ehrfurchtsvoll auf die seinerzeitige Baukunst blicken lassen.

Auf dem Marktplatz stößt die Herscheider Reisegruppe auf die sogenannte Dechanei von 1561, ein Objekt, das zu den meist fotografierten Motiven der Stadt zählt. Der Adelshof des Rittmeisters Christof von Amelunxen weist eine reich verzierte Struktur auf, wobei über 60 geschnitzte und bemalte Halbrosetten, die sich alle voneinander unterscheiden, die besondere Aufmerksamkeit finden.

Bei der Fülle all dieser Kostbarkeiten ist es schwerlich auszumachen, welches Gebäude das wohl schönste und herausragendste ist. Zweifelsohne bildet das Adam- und Eva-Haus einen markanten Schwerpunkt. Es wurde 1571 von einem wohlhabenden Kornhändler errichtet. Die Darstellung des Sündenfalls auf dem rechten Eckständer, die Kreuzigungsgruppe, die Verkündigungsszene sowie die Christusfigur machen das Ganze zu einem unvergleichlichen Wahrzeichen der Stadt.

Nach der 90-minütigen Stadtführung treffen sich die Senioren im „Wirtshaus Strullen-krug“ zu einem gemeinsamen Mittagessen. Bevor es zum nahe gelegenen Schloss Corvey weitergeht, wird der Ort auf „eigene Faust belagert“, um das am Vormittag Gesehene zu vertiefen.

Auch in der ehemaligen Benediktinerabtei Corvey gibt es am Nachmittag eine interessante Führung. Die umfangreichen Informationen – beginnend mit der Gründung im 9. Jahrhundert und dem nachfolgenden Klosterleben mit seinen über die Jahrhunderte geformten Entwicklungen – vermitteln einen geschichtsträchtigen Exkurs, der in seinen vielseitigen Facetten die Bedeutung des Klosters Corvey für das christliche Abendland hervorhebt. In der Abteikirche mit dem kunstvoll gearbeiteten Orgelensemble erleben die Senioren die geballte Kraft des Barock. Ausdrucksstark der gesamte Innenraum, der mit seinen Fresken, Wandmalereien, Altarbildnissen und Figuren die christliche Botschaft anschaulich hervorhebt.

Nach fast 1000 Jahren klösterlichem Leben ist die gewaltige Schlossanlage heute in herzoglichem Besitz. Ohne Zweifel faszinieren das Westwerk der Abteikirche, der barocke Klosterbau sowie die umfangreiche „Fürstliche Bibliothek“.

Die Herscheider sind begeistert von dem prächtigen Kaisersaal, den Prunk- und Wohnräumen sowie den in 15 Sälen kostbar ausgestatteten Bücherschränken des Spätklassizismus und des Biedermeier. Die Bibliothek umfasst 75.000 Bände und zählt zu den bedeutendsten noch existierenden Privatbibliotheken Deutschlands. Hoffmann von Fallersleben, Dichter der Deutschen Nationalhymne, wirkte als Corveyer Bibliothekar und fand innerhalb des Klostergeländes seine letzte Ruhestätte.

Zum Abschluss weist die Führung darauf hin, dass Corvey nicht nur ein berühmtes Baudenkmal und Museum ist, sondern auch ein lebendiger Veranstaltungsort, der insbesondere durch die jährlichen Musikwochen Gäste aus dem In- und Ausland anzieht.

Dass sich Corvey z. Zt. darum bemüht, den Status UNESCO-Weltkulturerbe zu erlangen, wird den Herscheidern mit auf den Weg gegeben.

Die nächste Veranstaltung der Senioren Union Herscheid findet am 8. November statt. Dann treffen sich die Senioren um 15 Uhr im Bürgersaal des Rathauses zur Jahresversammlung 2012. Auf der Tagesordnung stehen: Vorstandswahlen, ein Kaffeetrinken und die musikalische Fotoschau der diesjährigen Fünf-Tages-Fahrt nach Schwarzenberg.

Hier geht’s zur Bildergalerie



Copyright: Senioren Union Herscheid; Webdesign siehe Impressum