Senioren Union
der CDU Herscheid
Zukunft braucht Erfahrung
  • 001
  • 007
  • 005
  • 006
  • 002
  • 003
  • 004
  • 105
  • 100
  • 103
  • 104
  • 106
  • 109
  • 120
  • 130
  • 125
  • 005
  • 006
  • 007
  • 009
  • 011
  • 012
  • 013
  • 014
  • 130
  • 140
  • 146
  • 160
  • 170
  • 170
  • 301
  • 302
  • 303
  • 201
  • 200
  • 202
  • 015
  • 016
  • 017
  • 018
  • 019
  • 020
  • 021
  • 022
  • 023
  • 024

Wiesbaden – eine Stadt mit hochkarätigem Flair
Senioren Union Herscheid zu Besuch in der hessischen Landeshauptstadt Markante Schwerpunkte einer weltbekannten Stadt gesetzt Schon Goethe erkannte den Reichtum dieser reizvollen Kulturlandschaft
04.07.2012

Es konnte für die 51 Teilnehmer der von der Senioren Union Herscheid organisierten Tagesfahrt nach Wiesbaden nur eine Momentaufnahme sein. Zu umfangreich ist das Angebot an Sehenswürdigkeiten dieser Stadt inmitten einer faszinierenden Landschaft zwischen Rhein und Taunus. Schon Goethe schwärmte vom Reichtum dieser reizvollen Kulturlandschaft indem er poetisch festhielt: „Man bedarf in Wiesbaden nur eine Viertelstunde Steigens, um in alle Herrlichkeit der Welt zu blicken.“

Dass diese Aussage nicht übertrieben ist, davon konnten sich die angereisten Senioren überzeugen. Würde man das gesamte Spektrum der Stadt wahrnehmen, wäre ein mehrtägiger Aufenthalt erforderlich. So beschränkte man sich auf markante Schwerpunkte, die zu einem unbedingten Muss des Wiesbaden-Aufenthaltes gehören.

Während einer zweistündigen Stadtrundfahrt mit persönlicher Begleitung einer Gästeführerin wurde den Herscheidern ein umfassendes Bild der Stadt aus Vergangenheit und Gegenwart vermittelt. So spannte sich ein weiter Bogen von den ersten Siedlungsspuren in der Jungsteinzeit, der Erwähnung der Besiedelung durch die Römer, die bereits die „heißen Quellen“ zu schätzen wussten, bis hin zu der Entwicklung zum internationalen Kurort im 19. Jahrhundert. In dieser Zeit wurde Wiesbaden beliebter Ruhesitz von Offizieren, höheren Beamten und Pensionären.

Das Stadtbild, von repräsentativen Wohnhäusern, Hotelpalästen und vornehmen Villen geprägt, zeugte vom Reichtum der Einwohner und Gäste. Insbesondere durch wiederholte Besuche Kaiser Wilhelms mit seinem Hofstaat errang Wiesbaden Weltruhm. Hier gab sich der  europäische Adel die „Klinke in die Hand“. Schon damals wusste man die vielen kochsalzhaltigen Thermalquellen zu schätzen, die bis heute für vielfältige Kuren genutzt werden. Mit seinen 15 Thermal- und Mineralquellen ist Wiesbaden eines der ältesten Kurbäder Europas.

Da die Stadt im Zweiten Weltkrieg wenig zerstört wurde, ist die alte Bausubstanz weitestgehend erhalten geblieben. 1945 wurde Wiesbaden Hauptstadt des Landes Hessen. Neben etlichen Landesbehörden siedelten sich auch zahlreiche Bundesbehörden, Verlage, Versicherungen sowie Betriebe der Filmindustrie an. Darüber hinaus spielt Wiesbaden als Kur- und Kongressstadt sowie als einer der bevorzugten Wohnorte der Rhein-Main-Region eine herausragende Rolle.

Natürlich führte die Stadtrundfahrt auch an den Rhein. Hier am Rheinufer – im Ortsteil Biebrich – liegt das Biebricher Schloss, eines der bedeutendsten Barockschlösser entlang des Rheins. Das Schloss, das 1701 als Gartenhäuschen konzipiert und bis 1703 zu einem Wohnschlösschen ausgebaut wurde, diente den Fürsten und Herzögen von Nassau bis 1841 als Hauptresidenz. Heute  nutzt die hessische Landesregierung das Gebäude zu Repräsentationszwecken. Darüber hinaus ist es Schauplatz zahlreicher Tagungen und Feierlichkeiten.

Am Kurhaus mit seiner weiträumigen Parkanlage wurde die Rundfahrt für einen Aufenthalt unterbrochen. Die Gästeführerin wies darauf hin, dass sich Wiesbaden  im Laufe des 19. Jahrhunderts zu einer bedeutenden Weltkurstadt entwickelt habe. Das machte den Bau eines neuen Kurhauses erforderlich, um den wachsenden Ansprüchen gerecht zu werden. 1907 wurde das im neoklassizistischen Stil errichtete Gebäude von Kaiser Wilhelm II. eingeweiht.

 Der Besucher ist beim Betreten der großen Eingangshalle fasziniert von der prunkvollen Ausstattung. Marmorsäulen und –wandverkleidungen beherrschen den Raum. Eine große Kuppel, die das Tageslicht hereinlässt und Freskenmalereien mit filigranen Stuckarbeiten sowie die beiden bunten Glasfenster an den Stirnseiten verleihen dem glanzvollen Raum sein repräsentatives Ambiente. Auch die angrenzenden Räume und Säle zeugen von der prachtvollen Vielfalt des Wiesbadener Kurhauses.

Die zweite Unterbrechung der Stadtrundfahrt führte die Herscheider zur russisch-orthodoxen Kirche auf den Neroberg, die nach dem Vorbild der Moskauer Erlöserkirche in den Jahren 1849-1855 erbaut wurde. Sie ist ein von weither sichtbarer Glanzpunkt der Stadt. Ein beeindruckendes Bild, wenn, wie an diesem Morgen, die fünf vergoldeten Zwiebeltürme im Licht der Sonne ihre Wirkung nicht verfehlen.

Auf die Frage der Reiseteilnehmer nach dem geschichtlichen Hintergrund der Orthodoxie in Wiesbaden erhalten sie die Antwort, dass es bereits Mitte des 19. Jahrhunderts eine russisch-orthodoxe Gemeinde gab, die anfänglich lediglich aus Kurgästen bestand. Nachdem sich im Laufe der Zeit etliche Gläubige dauerhaft ansiedelten, bestand der Wunsch nach einem Gotteshaus. Eine rasche Realisierung war insofern gegeben, als die nassauische Herzogin und russische Großfürstin Elisabeth Michajlowna jung verstarb und nach orthodoxem Ritus ihre Gebeine nur an einer geweihten Stätte ruhen dürfen. So entstand das Gotteshaus als Grabkirche der Herzogin. Hier ruht sie in einem Sarkophag mit ihrer Tochter, die ebenfalls bei der Geburt verstarb.

Der Innenraum der Kirche ist, wie in den meisten russisch-orthodoxen Kirchen üblich, mit einer Vielzahl von Ikonenmalereien ausgestattet. Szenen aus dem Neuen Testament, Christus-Darstellungen, Evangelisten-, Engel- und Apostelbildnisse sowie Marien- und Heiligenbilder legen Zeugnis von der christlichen Heilslehre ab. Wer jedoch jedes noch so kleine Detail erkennt und den gesamten Raum auf sich wirken lässt, spürt, dass nicht die kunst-historischen Werke im Vordergrund stehen, sondern die Verehrung Gottes durch die Gläubigen.

Nach diesem beeindruckenden Kirchenbesuch ging’s zur Talstation der nostalgischen Nerobergbahn. Die Bahn wurde erstmals 1888 eingesetzt, ihre Technik blieb bis heute unverändert. Die mit Wasserballast betriebene Bahn, deren Wagen in ihrer Konstruktion der 25 %igen Steigung angepasst sind, führt auf einer Länge von 440 m auf den Hausberg Wiesbadens. Von hier aus hat man einen atemberaubenden Blick auf die Stadt und das Umland. Das von Wilhelm von Opel 1934 gestiftete Freibad ist ein Juwel, nicht nur im Hinblick auf die sportliche Freizeitbetätigung, sondern auch aufgrund des phantastischen Standortes.

Auf der angrenzenden Terrasse des „Opelbad-Restaurants“ fanden sich die Senioren unter den großen Sonnenschirmen zum gemeinsamen Mittagessen und Verweilen ein. Die herrliche Lage des gesamten Areals, das von Wäldern und Weinbergen umgeben ist, bildete den krönenden Abschluss des Vormittags.

Da der Nachmittag zur freien Verfügung stand, wurde das Zentrum der Stadt angesteuert, um den Reiseteilnehmern Gelegenheit zur individuellen Gestaltung „rund um den Schlossplatz“ zu geben. Hier befindet sich die Keimzelle des mittelalterlichen Wiesbadens und ein Ensemble von historischen Gebäuden: Altes und Neues Rathaus, das Stadtschloss, in dem heute der Hessische Landtag untergebracht ist, historischer Marktkeller mit Marktsäule und nicht zu vergessen die alles überragende evangelische Marktkirche mit ihren fünf Türmen, die auch als „Nassauer Landesdom“ bezeichnet wird. Die Marktkirche wurde nach dem Vorbild von Schinkels Friedrichswerderscher Kirche in Berlin als größter Backsteinbau Nassaus erbaut.

Die angrenzenden Straßen mit ihren reichhaltigen geschäftlichen Angeboten und pulsierendem Leben gehörten ebenso zum Programm wie die Kaffeepause in einem der zahlreichen Straßencafés. Am frühen Abend kehrten die Reisenden nach Herscheid in dem Bewusstsein zurück, einen interessanten und facettenreichen Tag in der Rhein-Main-Metropole verbracht zu haben.

Hier geht’s zur Bildergalerie



Copyright: Senioren Union Herscheid; Webdesign siehe Impressum