Senioren Union
der CDU Herscheid
Zukunft braucht Erfahrung
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„Wen GOTT lieb hat, den lässt er fallen in dieses Land“
10. Jahresfahrt der Senioren Union Herscheid führte nach Hopfen am See.
Erlebnisreiche Ausflüge durch eine grandiose Bergwelt mit malerischen Orten.
Bayerischer „Märchenkönig“ Ludwig II. allgegenwärtig. Dinkelsbühl an der „Romantischen Straße“ setzt markanten Schlusspunkt.

13.06. - 17.06.2011

„Wen GOTT lieb hat, den lässt er fallen in dieses Land“, so bezeichnete einst der bekannte Heimatdichter Ludwig Ganghofer die Region rund um Berchtesgaden. Doch übertragen werden kann diese Hommage an ein wunderschönes Fleckchen Erde ohne Einschränkung auf den gesamten Alpenraum. Traumhafte Landschaften, wildromantische Flussläufe sowie klare Seen und malerische Orte prägen das Bild dieses vielbesuchten Urlaubsparadieses.

Davon konnten sich unlängst 53 Reiseteilenehmer der Senioren Union Herscheid überzeugen, die am Pfingstmontag zu ihrer fünftägigen Jahresfahrt 2011 nach Hopfen am See aufbrachen. Nicht zu Unrecht wird diese Gegend als die „Riviera des Allgäus“ bezeichnet, verkörpert sie doch neben einer reizvollen Landschaft eine Fülle von Sehenswürdigkeiten, die auf eine bewegte Vergangenheit schließen lassen, und die liebevoll bewahrt wird. Allgegenwärtig der bayerische Monarch Ludwig II., dessen Schlösser Hohenschwangau und Neuschwanstein ständige Begleiter sind.

Gegen Mittag erreicht die Reisegruppe die oberschwäbische, kreisfreie Stadt Memmingen, die als das „Tor zum Allgäu“ bezeichnet wird. Hier wird eine längere Pause eingelegt, sodass genügend Zeit bleibt, das Zentrum der Altstadt aufzusuchen und es sich in einem der zahlreichen Restaurants oder Straßencafés schmecken zu lassen.

Memmingen beeindruckt die Besucher durch eine zwei Kilometer lange Stadtmauer mit ihren zehn Toren und Türmen. Wenngleich in den vergangenen Jahrzehnten viele historische Häuser abgerissen wurden, gibt es Straßenzüge, die ihre Ursprünglichkeit erhalten haben. Insbesondere der mittelalterliche Marktplatz mit seinem herausragenden Renaissance-Rathaus aus dem 18. Jahrhundert mit geschweiftem Giebel, feinem Stuck und den eleganten Türmen ist ein exemplarisches Beispiel. Südländisches Flair verbreiten die Arkaden des Steuerhauses mit der verschwenderischen Malerei in historisierendem Neurokoko. Berühmt die gotische Martinskirche mit ihrem über 500 Jahre alten Chorgestühl, ebenso das Siebendächerhaus, die barocke Kreuzherrenkirche sowie das Zwölf-Artikel-Haus.

Als am Spätnachmittag das Reiseziel erreicht wird, tauchen die Senioren in eine Erlebniswelt ein, die all jene verzaubert, die Sinn für die alpenländische Kulturlandschaft haben. Umgeben von den hoch aufragenden Tannheimer Bergen, dem Säuling und Tegelberg liegt der See vor ihnen, an dessen Ufern sich gepflegte Wohnhäuser, Hotels und Pensionen gruppieren. Ein atemberaubender Anblick! Im „Hotel am Hopfensee“, direkt an der Uferstraße werden die Senioren wohnen und sich mit einem üppigen Frühstücksbüfett und einem 4-Gang-Abendmenü verwöhnen lassen. Ein Ambiente, das keine Wünsche offen lässt.

Oberammergau, Kloster Ettal und Schloss Linderhof, stehen am nächsten Tag auf dem Pro-gramm. Vorbei an Füssen und Schwangau grüßen das Hohe Schloss, die Königsschlösser Neuschwanstein und Hohenschwangau sowie der Forggensee. Vor der unverwechselbaren Kulisse des Tegelberges und Säulings ziehen sich weiträumige, saftige Wiesenflächen entlang der Fahrstraße und mittendrin, fast möchte man sagen, einsam und verlassen, setzt die Wallfahrtskirche St. Coloman einen unübersehbaren Akzent in dieser an Schönheit so reich gesegneten Region.

Als der 1.342 Meter hohe Kofel sichtbar wird, ist das weltbekannte Dorf der Passionsspiele und Holzschnitzer Oberammergau erreicht. Unter sachkundiger Leitung gibt es zunächst eine Führung durch das Passionsspielhaus mit seinen zahlreichen Requisiten. Hier erfahren die Herscheider, dass das Passionsspiel auf ein Gelübde der Dorfbewohner von 1633 zurückzufüh-ren ist, als an der Pest in kurzer Zeit 84 Menschen starben. Sie gelobten, alle zehn Jahre das Leiden und Sterben des Heilands darzustellen, wenn die Seuche von ihnen genommen werde. Von da an, so heißt es in der Chronik, starb niemand mehr an der Pest. Bereits ein Jahr später kam es zur ersten Aufführung.

In seiner wechselvollen Geschichte hat sich das Spiel stets weiterentwickelt. Es ist Ausdruck einer tiefen Volksfrömmigkeit und zieht alle zehn Jahre, zuletzt 2010, über eine halbe Millionen Menschen aus aller Welt in ihren Bann. Alle 2.000 Mitwirkenden müssen in Oberammergau geboren sein bzw. seit zwanzig Jahren hier wohnen. Die Aufführung dauert ca. sechs Stunden, die durch eine dreistündige Pause unterbrochen wird. Sehr ausführlich erläutert die Führung die einzelnen Stationen, beginnend mit dem Einzug Jesu in Jerusalem, der Einsetzung des Abendmahls bis zur Kreuzigung und Auferstehung. Prologe, Chor- und Solistengesang, Orchesterbegleitung und die Darstellung der sogenannten „Lebenden Bilder“ mit alttestamentlichem Bezug machen das Spiel zu einem eindrucksvollen Erlebnis.

An dieser Stelle sei mir eine persönliche Anmerkung erlaubt. Ich selber habe seit 1970 alle zehn Jahre an den Aufführungen teilgenommen und kann nur meine größte Bewunderung über die Leistung der Laiendarsteller zum Ausdruck bringen. In diesen vier Jahrzehnten gab es immer wieder neue Inszenierungen, wobei in 2010 mit der Teilverlegung auch auf die Abendstunden der dramaturgische Höhepunkt erreicht wurde.

Der folgende Besuch im Heimatmuseum vertieft das bisher Gesehene inform der ausgestellten Gewänder und weiterer historischer Gegenstände einschließlich der jeweiligen Bühnenmodelle und Weihnachtskrippen durch drei Jahrhunderte.

Da noch viel Zeit für einen Rundgang durch das Dorf bleibt, können die Senioren das Zentrum ausgiebig erkunden. Fast jede Hausfassade ist mit der sogenannten „Lüftlmalerei“ verziert, die religiöse, aber auch profane Darstellungen enthält. Am Dorfplatz ist das Heinzeller-Haus mit der Szene des Gelübdes von 1633 versehen, Pilatus- und Dedler-Haus, das Hotel Alte Post oder das Rotkäppchen- und Hänsel- und Gretel-Haus weisen auf die jeweiligen Ursprünge hin. Die Pfarrkirche St. Peter und Paul zählt zu den stilreinsten und schönsten Landkirchen des bayerischen Rokoko. Unzählige Geschäfte mit wertvollen Schnitzereien runden das Bild ab und machen Oberammergau zu einem kultur-historischen Kleinod des bayerischen Oberlandes.

Als nächste „Attraktion“ steht der Besuch des nahegelegenen Klosters Ettal an, das an der Schwelle zwischen dem Ammertal und dem Loisachtal liegt. Es wurde 1330 gegründet und besticht durch seinen mächtigen Kirchenbau, der von einer 42 Meter hohen Kuppel und zwölf Monumentalfiguren der Apostel überragt wird. Weit und hoch ist das lichtüberflutete Kirchenschiff, das in der Kuppel die Verherrlichung der Dreifaltigkeit darstellt. Der Hochaltar und sechs weitere Seitenaltäre mit Reliquienschreinen bestimmen mit ausdrucksvollen Gemälden und reichen Wandverzierungen den imposanten Kirchenraum.

Bevor es zum Königsschloss Linderhof weitergeht, gönnen sich die Herscheider einen Schluck Klosterlikör, der nach einer alten Überlieferung zur Sündenvergebung beitragen soll, was natürlich nicht ernst zu nehmen ist und wohl mehr der Umsatzsteigerung zuzuordnen ist.

Die elf Kilometer lange Fahrt von Ettal durch das herrlich gelegene Graswangtal nach Schloss Linderhof macht noch einmal das ganze Ausmaß dieses begnadeten Landstriches sichtbar. Die Schlossanlage mit dem weiträumigen Park ist ein Anziehungspunkt, den die Senioren sichtlich genießen. Das Schloss, mit reichem figürlichem Schmuck an der Fassade, wurde in den Jahren 1869 bis 1878 vom „Märchenkönig“ Ludwig II. erbaut. Es ist neben Neuschwanstein und Herrenchiemsee das einzige Schloss, das er länger bewohnt hat. „Hier“, so heißt es in der Chronik, „lebte er in seiner erträumten Welt, machte Ausfahrten im goldenen Schlitten mit Pagen und Vorreitern, träumte in der Venusgrotte vom Tannhäuser, hier speiste er einsam am Tischlein-deck-dich, das im Erdgeschoss gedeckt und durch den sich öffnenden Fußboden in das Speisezimmer heraufgehoben wurde. Der König baute die Schlösser einzig für sich allein.“

Der Schlosspark ist ein Eldorado gärtnerischer Gestaltungskultur. Weite Wiesenflächen mit einem alten Baumbestand, leicht ansteigende Spazierwege und immer wieder die von Menschenhand geschaffenen Blumenarrangements machen Linderhof zu einem unübersehbaren Besuchermagnet. Obwohl es manchen Senioren nicht leicht fällt, über die Frei-treppen hinauf zu dem kleinen Tempel mit der Venusstatue zu gehen, wagen sie es dennoch, werden sie doch mit einer herrlichen Aussicht auf die gesamte Schlossanlage belohnt. Dem großen Wasserbassin mit der vergoldeten Flora-Kolossalfigur, die von der Sonne erleuchtet noch goldener wirkt, entspringt gerade zu dieser Zeit eine 30 Meter hohe Fontäne, die besondere Aufmerksamkeit findet.

Als am nächsten Tag die große Alpenrundfahrt nach Mittenwald und Garmisch-Partenkirchen ansteht, ahnen die Reiseteilnehmer nicht, mit welch herrlichen Eindrücken sie zurückkommen werden. Bei bestem Wetter führt der Ausflug zunächst über das österreichische Reutte nach Lermoos und Ehrwald. Hier erleben sie eine majestätische Gebirgslandschaft, die von dem Zugspitzmassiv und der Sonnenspitze beherrscht wird. Wer diesen Anblick zum ersten Mal wahrnimmt, kann seine Bewunderung kaum zurückhalten. Auch die Weiterfahrt durch das bayerische Gebirgsdorf Grainau eröffnet immer wieder neue Perspektiven. Zugspitze, Waxensteine, Alpspitze und das Wettersteingebirge sind ständige Begleiter. Als das Karwendelgebirge in seinem ganzen Ausmaß erscheint, ist die Geigenbaugemeinde erreicht.

Die organisierte Führung leitet die Senioren durch einen Ort, der sein urwüchsiges Erschei-nungsbild inmitten einer stattlichen Landschaftskulisse bewahrt hat. Weit sichtbar die Pfarrkirche St. Peter und Paul mit ihrem in ganzer Länge bemalten Barockturm. Vor der Kirche, am Eingang zum Obermarkt auf einem Sockel aus Trientiner Marmor, das erzgegossene Denkmal von Matthias Klotz, der 1684 den Geigenbau in Mittenwald einführte und dem Ort mehr als 250 Jahre Arbeit und Verdienst brachte. Noch heute wird diese Tradition fortgesetzt. Die reizvolle Staffelung der Häuser mit Tonnengewölben, alten Torfassaden und bunten Fres-kenmalereien laden zur eingehenden Betrachtung ein. Obermarkt und Hochstraße, die vor Jahren als Fußgängerzone mit einem Bachlauf hergerichtet wurden, präsentieren ein reichhaltiges Angebot an Geschäften, Hotels, Restaurants und Cafés. Rund um die Kirche bis hin zum ältesten Teil Mittenwalds „Im Gries“ setzt sich die Fußgängerzone fort, die mit viel Grün und Blumenanpflanzungen einen gestalterischen Schwerpunkt setzt.

Einzigartig das gepflegte Ensemble rund um das Geigenbaumuseum. Wie in einem Innenhof gruppieren sich die reich ausgemalten Häuser mit buntem Blumenschmuck zu einer geschlossenen Einheit, und allgegenwärtig das steil aufragende Karwendelgebirge, das zum Greifen nahe scheint. Der positive Gesamteindruck wird noch dadurch gesteigert, dass die vielen hübschen Pensionen, Ferienwohnungen und Hotels in unverkennbarer bayerischer Architektur gerade hier in geballter Form aufeinander treffen. Kurz: Mittenwald kann man nicht beschreiben, man muss es erleben!

Den Rest des Nachmittages verbringen die sauerländischen „Alpenstürmer“ im benachbarten Olympiaort Garmisch-Partenkirchen. Ein Bummel über die belebte Flaniermeile ist ein Muss. Ebenso der Besuch eines der renommierten Cafés, die viele Spezialitäten bereithalten. Fast ist es Glückssache, bei diesem schönen Wetter einen Platz in den Außenanlagen zu ergattern.

Füssen ist am nächsten Tag die letzte Station in den Allgäuer Bergen. Hier endet die „Romantische Straße“ mit einem „Feuerwerk“ an geschichtsträchtigen Relikten, die in einer über 700-jährigen Tradition ihre Spuren hinterlassen hat. Zu Füßen des Hohen Schlosses begegnen sich Vergangenes, Kunst und Kultur. Reich ausgeschmückte Barockkirchen, gotische Bürgerhäuser, mittelalterliche Gassen und der wildromantische Lechfall sind nur einige Zeugen aus dem reichhaltigen Repertoire dieser herausragenden Stadt im Ostallgäu. Die vielfältige Natur zwischen Gebirge, Allgäuer Hügeln und idyllischer Seenlandschaft ist eine Augenweide für alle, die Gottes wunderbare Schöpfungswelt zu schätzen wissen.

Auch hier gibt es eine sachkundige Führung, die den Herscheidern in einem zweistündigen Rundgang sehr anschaulich und lebhaft von der Entstehung Füssens in der Römerzeit bis in unsere Tage berichtet. Weithin sichtbar das imposante Benediktinerkloster St. Mang mit seiner kostbar ausgestatteten Kirche, die natürlich besichtigt wird, sowie das Hohe Schloss mit einzigartigen, spätmittelalterlichen Illusionsmalereien an den Hoffassaden. Auf Schritt und Tritt erleben die Senioren einen Ort mit vielen Facetten, der sich an diesem sonnigen Morgen von seiner besten Seite zeigt.

Zum Abschluss des Füssen-Besuches hat die Senioren Union eine Schifffahrt auf dem Forggensee organisiert. Er ist künstlich angelegt und dient als Kopfspeicher für die lechabwärts gelegenen Wasserkraftwerke und ist für die Hochwasserregulierung wichtig. Das Besondere: Er hat nur im Sommer vom 1. Juni bis Mitte Oktober die volle Stauhöhe. Hier auf dem Schiff erleben die Sauerländer noch einmal die ganze Fülle der bayerischen Gebirgslandschaft, wobei das vor Jahren errichtete Festspielhaus mit Parkanlage ein Glanzpunkt darstellt. Leider verhindert ein leichter Regenschauer die Benutzung des Oberdecks, was der Sache jedoch keinen Abbruch tut, denn auch vom Unterdeck aus kann bei freier Bergsicht die Fahrt genossen werden.

Mit viel Sonnenschein werden die Herscheider nachmittags am Hopfensee verwöhnt. So haben sie Gelegenheit, einen ausführlichen Spaziergang zu unternehmen und das gesamte Panorama auf sich wirken zu lassen. Ein wahrlich beeindruckendes Schauspiel.

Für den Abend ist außerplanmäßig ein Besuch in der Kössel-Brauerei im nahe gelegenen Speiden angesagt. 47 von 53 Senioren machen davon Gebrauch und erleben einige unterhalt-same Stunden in dem zünftigen Braustüberl mit weiteren Gästen. Dass eine kleine Musikkapel-le den Aufenthalt begleitet, ist zum Abschluss der SU-Fahrt ein wahres Schmankerl.

Die Heimfahrt wird mit einem Besuch der mittelfränkischen Kleinstadt Dinkelsbühl unterbrochen. Im historischen Hotel „Deutsches Haus“ stärken sich die Senioren zunächst bei einem schmackhaften Mittagessen. Anschließend besteht Gelegenheit, den neben Rothenburg ob der Tauber wohl bekanntesten Ort an der „Romantischen Straße“ zu besichtigen. Damit wird ein glanzvoller Abschluss der diesjährigen SU-Fahrt erreicht, bietet er doch eine Fülle von farbenfrohen, geschichtsträchtigen Bürgerhäusern, wobei das mächtige St. Georg-Münster am Marktplatz einen dominanten Schwerpunkt bildet.

Wie bei allen Veranstaltungen der Senioren Union Herscheid üblich, spenden auch bei dieser Fahrt die Reiseteilnehmer für die Hospizarbeit im „Amalie-Sieveking-Haus“ in Lüdenscheid.

 

 

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