Senioren Union
der CDU Herscheid
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Bericht über die Tagesfahrt nach Bernkastel-Kues
„Einheit in der Vielfalt“
30.06.2010


Senioren Union Herscheid auf den Spuren des Nikolaus von Kues.
Weitblickender Gelehrter setzte Maßstäbe bis in unsere Zeit.
Bernkastel-Kues – ein malerischer Ort im Moseltal.  

Wer als Tourist die romantische Wein- und Ferienregion um Bernkastel-Kues erlebt,  verbindet damit eine Fülle von geschichtsträchtigen Sehenswürdigkeiten, schmucken Orten und endlos erscheinenden Weinbergen, zu deren Füßen sich die Mosel ihren Weg bahnt. Der Hauptort Bernkastel-Kues zieht in besonderem Maße seit jeher unzählige Menschenmassen an, vereint er doch die Tradition der bäuerlich-bürgerlichen Wohnkultur des späten Mittelalters mit den Erkenntnissen unserer Zeit, die die Moselaner für sich und ihre Gäste zu nutzen wissen.  

Dabei wird – zumindest von den Tagestouristen – übersehen, dass der Ort neben seiner einzigartigen Lage eine weitere Besonderheit bereithält, die eine historische Vergangenheit repräsentiert. So ist das Cusanusstift in Kues mit seiner berühmten Bibliothek und der spätgotischen Stiftsanlage nach klösterlichem Vorbild eine kulturelle und soziale Einrichtung, die weit über den Horizont des Moseltals hinausreicht und seit Jahrhunderten geistliche und geistige Akzente setzt. Als Zeuge dieser alten Kulturlandschaft steht das über 500 Jahre alte St.-Nikolaus-Hospital als Erbe des großen Philosophen und Kardinals Nikolaus von Kues am Moselufer.

Hier wurde 1401 der weltberühmte Philosoph, päpstlicher Legat und Fürstbischof von Brixen (Südtirol) geboren. Er war Verfasser vieler geisteswissenschaftlicher Arbeiten, die seiner Zeit weit voraus waren. So vertrat er bereits lange vor Kopernikus die Ansicht, das Universum wäre unendlich und die Erde könne demnach nicht dessen Mittelpunkt sein. Darüber hinaus versuchte er schon fast 150 Jahre vor dem bis heute gültigen „Gregorianischen Kalender“, den bis dahin gebräuchlichen „Julianischen Kalender“ zu reformieren. Auf seinen geografischen Fähigkeiten beruht die erste moderne Landkarte Mitteleuropas.

1458 stiftete Nikolaus von Kues seiner Heimatstadt ein Hospital für 33 bedürftige Männer aus allen Ständen, die nach einem arbeitsreichen Leben eine Heimat finden sollten. Die spätgotische Stiftsanlage ist bis heute ein stilvoller Alterssitz für Senioren, die allen Erfordernissen unserer Zeit entspricht.

Um sich über das Leben und Wirken dieses „Denkers zwischen Mittelalter und Neuzeit“ näher zu informieren, hatte die Senioren Union Herscheid während ihres jüngst durchgeführten Ausfluges in die Moselmetropole an den Anfang eine sachkundige Führung organisiert, die, in drei Gruppen aufgeteilt, das gesamte Spektrum dieses „großen Sohnes der Stadt“ abdeckte.  Kreuzgang und Stiftskapelle, Konvent- und Barocksaal, vor allem aber die umfangreiche Cusanus-Bibliothek mit ihren 314 Handschriften aus dem 9. bis 15. Jahrhundert sind Schätze von hohem Rang und internationaler Bedeutung. Zu Recht wird behauptet, dass sie eine der kostbarsten Privatbibliotheken der Welt ist, weil in ihr die ganze Fülle der Handschriften, die der große Humanist besaß, erhalten geblieben ist. Sie ist eine einzigartige Sammlung und ein Spiegelbild des genialen Geistes.  

Den Senioren wurde ein geschichtlicher Exkurs durch das Leben und Wirken eines Mannes vermittelt, der in seiner Lebendigkeit und Intensität ein wahres Feuerwerk an Informationen bot. Dabei wurde immer wieder auf die Lebensphilosophie des Kirchenpolitikers und Reformers hingewiesen, der in dem Leitsatz gipfelt:  „Einheit in der Vielfalt“.

Dieses Motto fand nicht nur in seinen religiösen Aussagen und Schriften seinen Niederschlag, die ihn als engagierten Vorkämpfer der kirchlichen Einheit auszeichneten, sondern auch in der Vielfalt der verschiedenen Formen der Gewölbe in vier Fluren des Kreuzgangs und in der differenzierten Anzahl der Fenster mit ihrem wechselnden Maßwerk.

Beeindruckend auf dem Weg zur Kapelle die großen Tafelgemälde aus dem Jahr 1775, die die leiblichen Werke der Barmherzigkeit darstellen und den Sinn der Stiftung verkörpern:  Hungrige speisen, Durstige tränken, Nackte bekleiden, Gefangene trösten, Fremde beherbergen, Kranke besuchen und Tote begraben. Ebenso das Gerichtsbild auf der Nordwand der Hospitalkapelle, das eine ständige Mahnung an die Besucher ist: weder Reichtum noch Macht oder Gelehrsamkeit bewahren den Menschen vor der Gefahr der ewigen Verdammnis.

Es würde den Rahmen dieses Berichtes sprengen, das umfassende Lebenswerk des großen Gelehrten darzustellen. Festzuhalten bleibt, dass das Gedankengut des Nikolaus von Kues sowie sein unermüdlicher Einsatz für die christliche Glaubenslehre wichtige Impulse gegeben hat. Ein Leben lang hat er um die Einheit der Kirche und um ihre innere Erneuerung gerungen. Besonders die vielen überlieferten Predigten geben Zeugnis von einem Menschen, der tief vom christlichen Offenbarungsglauben durchdrungen war, und der immer wieder über die Kraft der Vernunft Annäherungen an den verborgenen Gott suchte.

Nach dieser in der Tat beeindruckenden Führung hatten die Senioren Gelegenheit, in einem vierstündigen Aufenthalt den malerischen Ort zu erkunden. Der mittelalterliche Marktplatz mit seinen Giebelfachwerkhäusern aus dem 17. Jahrhundert, unter denen das aus dem Jahre 1416 stammende schmale „Spitzhäuschen“ besonders hervorsticht, ist eine wahre Augenweide und ein Besuchermagnet. Um den St. Michaelsbrunnen von 1606 gruppieren sich eine Reihe gut erhaltener Bauten, wobei das aus dem Jahre 1608 stammende Renaissance-Rathaus den Mittelpunkt bildet. Über dem Ort thront die Burgruine Landshut, die ehemalige Sommerresidenz der Trierer Erzbischöfe. Sie ist ein beliebter  Aussichtspunkt.

Wie in einem Bilderbuch verkörpert der gesamte Ort ein architektonisches Ensemble, das auf eine reiche Vergangenheit schließen lässt. Umgeben von steilen Weinbergen, dem nimmermüden Lauf der Mosel und den unzähligen, urigen Weinlokalen ist Bernkastel zum Inbegriff deutscher Romantik geworden. Die Herscheider nutzten das reichhaltige Angebot und unternahmen entweder einen ausführlichen Stadtbummel, eine Schiffsrundfahrt, eine Bustour zur Burgruine oder einen Ausflug mit der Panoramabahn durch den Ort bis hinauf zu den Weinbergen. Natürlich durfte auch ein Aufenthalt in eines der einladenden Restaurants oder Straßencafes nicht fehlen.

So verging die Zeit wie im Fluge, und als die 53 Senioren am frühen Abend Bernkastel-Kues verließen, traten sie die Heimreise in dem Bewusstsein an, einen herrlichen Tag an der Mosel verbracht zu haben, der von hochsommerlichen Temperaturen gekrönt wurde.  


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